Aufsatz 
Jakob Grimm und seine Verdienste um die deutsche Sprache
Entstehung
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VIII. Beigabe*). Jakob Grimm und ſeine Verdienſte um die deutſche Sprache,

von Seminarlehrer Helm.

Vorworl.

Die vorliegende Abhandlung hat den Zweck, die Volksſchullehrer mit dem Leben und Wirken eines Mannes etwas näher bekannt zu machen, der gerade um den Gegenſtand, auf welchen in der Volksſchule ganz beſonders Gewicht zu legen iſt, um die deutſche Sprache nämlich, ſich große, ja unberechenbare Verdienſte erworben hat. Aus dieſem Zwecke ergibt ſich auch die Anlage und die ganze Haltung der Arbeit. Wollte man über Jakob Grimm und ſeine Bedeutung um die Wiſſenſchaft ausführlich handeln, ſo ließe ſich ein ſehr ſtatt⸗ liches Werk darüber ſchreiben. Allein ſo ſehr dies auch von den Fachgelehrten als eine willkommene Erſcheinung begrüßt werden dürfte, ſo wenig wäre es für Volksſchullehrer ge⸗ eignet. Denn in einem mit detaillirter Genauigkeit und Ausführlichkeit geſchriebenen Werke über Jakob Grimm müßte gar Manches verührt werden, was der Volksſchullehrer für ſeine Zwecke abſolut entbehren kann. Auch die Art und Weiſe der Darſtellung wäre in einem ſolch' größeren Werke, weil für die Gelehrtenwelt geſchrieben, eine ſolche, wie ſie den prak⸗ tiſchen Volkslehrer wenig anſpräche und ihm noch weniger nützte. Da dieſer aber nichtsdeſto⸗ weniger, wenigſtens nach meinem Dafürhalten, mit einem Manne einigermaßen bekannt ſein ſoll, der eine ſo enorme Bedeutung um die deutſche Sprache hat, ſo habe ich es für eine nicht ganz unfruchtbare Arbeit erachtet, auf einigen Blättern Jakob Grimm's Leben und ſeine Verdienſte um die deutſche Sprache zu ſchildern.

Der Umfang meiner Arbeit iſt ein ſehr mäßiger, einestheils weil es ſo der einem Schulprogramm zugemeſſene Raum erfordert, anderntheils und hauptſächlich wegen ihres vorhin ausgeſprochenen Zweckes. Ich halte deßwegen, aus dieſen Geſichtspunkten betrachtet, meine Arbeit gleichwohl für hinreichend ausführlich. Die Eintheilung, die ich machte, um in das Ganze eine klare und leichtverſtändliche Ueberſicht zu bringen, wird wohl, wie ich hoffe, nicht ganz unpaſſend befunden werden. Was die Form der Darſtellung betrifft, ſo habe ich mich einer elementaren und populären Klarheit und Deutlichkeit beſtrebt, ohne darum den wiſſenſchaftlichen Stil aufzugeben. Ob ich das Richtige getroffen, mögen wiſſen⸗ ſchaftlich gebildete Schulmänner entſcheiden. So viel habe ich herausgefühlt, daß es keine ganz leichte Aufgabe iſt, ſtrenge Wiſſenſchaftlichkeit mit populärer Klarheit zu verbinden, und ich geſtehe gern zu, daß ich hier und da für einen oder den andern Volksſchullehrer vielleicht deutlicher hätte ſein dürfen. Allein zu einer breiteren Deutlichkeit, als ich ſie

*) Zu gleicher Zeit mit dieſem Programm erſcheint ein Separat⸗Abdruck obiger Abhandlung, gewidmet dem ehemaligen Lehrer des Verfaſſers, Herrn Profeſſor Dr. Weigand zu Gießen.