Aufsatz 
Jakob Grimm und seine Verdienste um die deutsche Sprache
Entstehung
Einzelbild herunterladen

17

unter der weiſen Regierung unſeres Großherzogs in unſerm Lande entſtehen ließ, und ihn zugleich um ferneres Wohlſein und eine recht lange, ſegensreiche Regierung unſeres allver ehrten Landesfürſten zu bitten. Am Nachmittage machten die Seminariſten zu ihrer Er⸗ holung einen Spaziergang, von dem ſie ſo frühzeitig zurückkamen, daß ſie Abends bei der Illumination des feſtlich geſchmückten Seminars mitwirken konnten. Auch das Namensfeſt Seiner Königlichen Hoheit wurde wie alljährlich mit beſonderer Freude gefeiert.

Am 2. September wurde der Gedächtnißtag der Schlacht bei Sedan ähnlich wie im vorher⸗ gehenden Jahre durch Gottesdienſt, Feſtrede, Geſänge und größeren Ausflug gefeiert, wobei den Seminariſten von der Verwaltung der Main⸗Neckar⸗Eiſenbahn in anerkennenswerther Weiſe eine Fahrpreisermäßigung gewährt wurde.

Mit beſonderem Danke haben wir noch zu erwähnen, daß den bedürftigen Seminariſten im Jahre 1873 wieder 1300 fl. als Unterſtützung von Großherzoglichem Miniſterium des Innern bewilligt wurden.

Durch Allerhöchſte Entſchließung vom 6. Auguſt 1873 wurde dem proviſoriſchen Se⸗ minarlehrer Ofenloch die fünfte Lehrerſtelle unſerer Anſtalt definitiv übertragen. Derſelbe hat über ſeine Vergangenheit folgende Notizen zu den Akten gegeben:

Bernhard Ofenloch, Sohn des zu Bürſtadt verſtorbenen Bürgers⸗ und Ackersmannes Heinrich Ofenloch V., iſt geboren zu Bürſtadt, Kreiſes Heppenheim, am 8. September 1845. Er beſuchte zu Bürſtadt ſieben Jahre die Volksſchule, wo er nach ſeinem Austritt aus der⸗ ſelben ſich für das Schullehrer⸗Seminar vorbereitete. In dieſes ward er an Oſtern 1862 aufgenommen, und an Oſtern 1864 machte er daſelbſt ſeine Entlaſſungsprüfung. Darauf war derſelbe über ein Jahr zu Mainz in einem Lehrinſtitut thätig, und am 24. September 1865 wurde ihm durch Hohes Decret die proviſoriſche Verwaltung der katholiſchen Schule zu Harxheim im Kreiſe Mainz, und durch ein weiteres Hohes Decret vom 29. Oktober 1868 die proviſoriſche Verwaltung der dritten katholiſchen Schule zu Nieder⸗Olm, Kreiſes Mainz, übertragen, welche Stelle er am 14. September 1869 durch Höchſtes Dekret definitiv erhielt. Am 22. Dezember 1870 wurde derſelbe als proviſoriſcher fünfter Seminarlehrer an das Schullehrer⸗Seminar nach Bensheim verſetzt, und wurde dann durch Höchſtes Decret vom 6. Auguſt 1873 definitiv zum fünften Lehrer am hieſigen Lehrer⸗Seminar ernannt.

;;

VII. Bekanntmachung der Prüfungen und des Anfangs des neuen Schuljahres.

Die diesjährige Entlaſſungsprüfung am hieſigen Schullehrer⸗Seminar iſt durch Verfügung Großherzoglicher Oberſtudien⸗Dircction auf den 23. und 24. März feſtgeſetzt.

Die Aufnahmeprüfung wird am 26. und 27. März ſtattfinden.

Das neue Schuljahr 1874⁄15 beginnt am 30. April l. J.

Die Zöglinge müſſen am Tage vorher rechtzeitig, ſpäteſtens vor dem Abendeſſen, im Seminar eintreffen. Jede Verſpätung bedarf einer beglaubigten Entſchuldigung.

Bensheim, den 19. März 1874.

Großherzogliche Direction des Schullehrer⸗Seminars. Weinheim.