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nichten. Der Ernst Deiner Grundsätze wird sie von Dir scheuchen, aber im Spiele ertragen sie sie noch; ihr Ge- schmack ist keuscher als ihr Herz, und hier musst Du den scheuen Flüchtling ergreifen. Ihre Maximen wirst Du umsonst bestürmen, ihre Thaten umsonst verdam- men; aber an ihrem Müssiggange kannst Du Deine bil- dende Hand versuchen. Verjage die Willkür, die Frivo- lität, die Rohigkeit aus ihren Vergnügungen, so wirst Du sie unvermerkt auch aus ihren Handlungen, endlich aus ihren Gesinnungen verbannen. Wo Du sie findest, umgib sie mit edeln, mit großen, mit geistreichen For- men, schließe sie ringsum mit den Symbolen des Vor- trefflichen ein, bis der Schein die Wirklichkeit und die Kunst die Natur überwindet“.
Während also andere pädagogische Theoretiker die materiel- len Lebensbedingnisse der zu Erziehenden absichtlich unberück- sichtigt lassen, oder, wie dies Rousseau in seinem„Emil“ thut, nur eine Erziehungslehre für vom Glücke begünstigte Menschen, die der zwar drückenden aber, wie Rousseau selbst zugibt, auch er- ziehenden Sorge um das Dasein enthoben sind; während wieder andere Pädagogen, wie Pestalozzi, sich mehr auf das Erziehungs- bedürfnis der niederen Stände beschränken, sieht Schiller zwar die Schwierigkeiten vollständig ein, die sich einer höheren Geistes- und Gemüthsbildung der niederen Stände entgegenstellen, und die aus der drückenden Lebenslage derselben erwachsen, verzweifelt aber nicht daran, auch diese der Segnungen einer höheren Cultur theil- haftig zu machen.
Indes also andere ihre nach eigener Methode erzogenen Geisteskinder gelassen in die rauhe bestehende Welt stellen und es ihnen selbst überlassen, wie sie sich in derselben zurecht finden, was ja auch Schiller in Bezug auf die Philantropisten andeutet, oder aber ihre Sorge hauptsächlich dem Bedürtnisse des täglichen Lebens angedeihen lassen, jedes höhere menschliche Streben aber in den Himmel verweisen, will Schiller mit seinem Zöglinge zu- gleich die Welt bilden, die ihn umgibt, auf dass sie sich dann leichter in einander fügen und gemeinsam einem höheren Ziele zustreben. Deshalb weist er aber auch die gestellte Aufgabe nicht der Schule sondern dem Staate zu.
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Und die Nutzanwendung der Lehre Schillers? In Bezug auf sich selbst mag sie jeder beherzigen. Für die Schule hat Dr. Karl


