Aufsatz 
Die Verwendung unserer Münzensammlung im Geschichtsunterricht
Entstehung
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1830 abgerissen wurde, auf dem andern ist der Flügel des Klosterbaus dargestellt, in dem sich die Klassenzimmer befanden. Die Gebäude gruppierten sich um die heutige Paulskirche herum. Es existiert noch eine Ansicht der Rektorwohnung, die wir bisher jedoch nicht aufzutreiben vermochten. Ich wiederhole, was schon im vor- jährigen Programm ausgesprochen war, daß die Anstalt für jede derartige Zuwendung oder für die Erlaubnis, ein derartiges Bild für unsere Sammlung kopieren zu lassen, zumal im Hinblick auf das in wenigen Jahren bevorstehende 400 jährige Jubiläum, besonders dankbar sein würde.

Zu Beginn der Osterferien 1912 fuhren 12 Schüler der 01b, denen sich 5 aus OIa anschlossen, mit ihrem Klassenlehrer Herrn Oberlehrer Dr. Kniebe nach Rom, um dort vor dem Auseinandergehen noch einmal gemeinsame Eindrücke zu sammeln, gewissermaßen als Abschluß der Gymnasialzeit auf klassischem Boden. Ein dreizehnter Abiturient aus OIb, der mit seinen Eltern gleichfalls nach Rom fuhr, stieß wenigstens gelegentlich zu der Schar. Herr Oberlehrer Dr. Kniebe berichtet über den Verlauf der Reise, wie folgt: Zur Vorbereitung für den Aufenthalt kamen in den Wochen nach der Reifeprüfung die Teilnehmer mehrfach zusammen, um vor allen Dingen die Augen gebrauchen zu lernen und zugleich eine gewisse Menge von Kenntnissen der Topographie etc. sich anzu- eignen. Dabei unterstützte den Leiter der Fahrt vor allen Dingen Herr Professor Dr. Hahn, der selbst schon einmal eine ähnliche Reise unternommen hatte. Die Verhandlungen mit den ausländischen Bahnen übernahm zu unserer Freude die Eisenbahndirektion Frankfurt; dem Vater eines der Teilnehmer, Herrn Rechnungsrat Pülm, fühlen wir uns zu ganz besonderem Danke verpflichtet für seine persönlichen Bemühungen um die Behandlung, die wir auf der Bahn selbst erfuhren. Auch die Unterhandlungen in Rom mit den Generaldirektionen der staat- lichen und päpstlichen Sammlungen übernahm in liebenswürdigster Weise ein Freund des Gymnasiums, Herr Dr. Claar, Professor an der Universität in Rom, dessen Bemühungen es gelang, uns freien Eintritt in alle Sammlungen und Ausgrabungsstätten etc. zu erwirken. Während unseres Aufenthaltes in Rom stellte uns Herr Dr. Weege, trotz seiner Vorbereitungen für die Habilitation in Halle und sonstiger Arbeiten, an mehreren Tagen seine umfassende Kenntnis der Sammlungen zur Verfügung. Wenn vielleicht auch nicht jede Anstalt und jeder Fahrtunternehmer ähnlich günstig gestellt ist, wie wir es waren, so kann er doch in einem ganz gewiß sehr wesentlichen Punkte es ebenso gut haben wie wir. Natürlich ist damit die leibliche Verpflegung gemeint. Die Preise sind in den letzten Jahren, wie allgemein, so auch in Italien, erst recht in Rom und ganz besonders dort zur Osterzeit gestiegen. Trotzdem kann man durchaus dort preiswert unterkommen, wenn man sich früh genug bemüht und fest abschließt. Wir waren vortrefflich aufgehoben in der Pension Kaiser via dell'Aurora 43, so vortrefflich, daß wenn abgestimmt wurde, ob wir das zweite Frühstück(zur Mittagszeit) in der Pension oder draußen einnehmen sollten, in der Mehrzahl der Fälle, d. h. wenn es sich irgendwie machen ließ, alle lieber etwaige Unbequemlich- keiten in den Kauf nahmen undheimfuhren oder-gingen.

Um Zeit für Rom zu gewinnen, machten wir die Fahrt hin wie zurück ohne Unterbrechung, natürlich in den schnellsten Zügen, in der Schweiz und Italien zweiter, in Deutschland dritter Klasse. Da wir in Italien dazu den dirmo benutzen mußten, konnten wir die uns bewilligte Preisermäßigung nicht benutzen und fuhren a tar. diff.

Wenn ich nun noch hinzufüge, daß wir am Palmsonntag abfuhren, am Montag nach Quasimodogeniti spät abends zurückkamen und pro Kopf 220 gebrauchten, könnte ich den Bericht schließen; denn wie der einzelne die Zeit in Rom verbringen will, das muß er mit sich selbst ausmachen, und er wird sich danach richten müssen, wo sein und seiner Begleiter Hauptinteresse liegt. Alles sehen kann er nicht. Wir haben unsere Zeit folgender- maßen verwendet:

Dienstag: Vorm. St. Peter(Kuppel), Antikensammlung im Vatican. Nachm. Inneres von St. Peter, S. Onofrio, Spaziergang über Pass. Marg. bis S. Pietro in Montorio; nach dem Abendessen beim Mondschein Colosseum.

Mittwoch: Vorm. Eine Reihe von Kirchen, die am Wege lagen(die Kirchen, die wir besichtigt haben, sind natürlich nicht jedesmal genannt, sondern nur die, die wir eingehender betrachteten) Trajanssäule, Basilica Ulp.; Vatican, Sixtina, Stanzen. Nachm. Museo Nazionale di Papa Giulio; Lamentationen im Lateran.

Donnerstag: Vorm. Pal. Sciarra, Marc-Aurel-Säule, Gesu, S. Maria in Aracoeli, Museen auf dem Capitol. Nachm. Turm auf dem Konservatorenpal., via Appia, Grabmäler, Callistus-Katakomben, Marsch querfeldein durch die Campagna zum Hain der Egeria und zur Straße nach Genzano.

Freitag: Vorm. Forum. Nachm. S. Lorenzo, Campo Verano, Aureliansmauer. Grabmäler an Porta Maggiore, S. Croce in Gerusalemme. S. Maria Maggiore.