Aufsatz 
Die Verwendung unserer Münzensammlung im Geschichtsunterricht
Entstehung
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Neubauer III§ 49 und 76. Blüte der griechischen Kunst.

Wenn wir unseren Schülern einen Begriff von der Schönheit griechischer Bildwerke vermitteln wollen, dürfen wir die Meisterwerke der Stempelschneidekunst nicht wohl beiseite lassen. Von Athen müssen wir dabei freilich fast völlig absehen. Seine Weltmünze verdankt ihr Aussehen anderen Gesichtspunkten als denen der Schönheit, ebenso wie unsere heutigen Münzen in erster Linie vom Standpunkt der Technik und der praktischen Verwendbarkeit aus gewürdigt zu werden verdienen, während das künstlerische Moment eine untergeordnete Rolle spielt. In der griechischen Welt sind es nicht die altberühmten Städte des Mutter- landes, die uns die schönsten Münzen geliefert haben, sondern die Kolonien, besonders die des Westens. Die Prägetechnik ist allerdings unvollkommen. Gleichmäßige Dicke und Rundung des Schrötlings vermissen wir, ebenso wie uns bisweilen die Anordnung der Auf- schriften stört. Hingegen sind die Münzbilder oft von unübertrefflicher Schönheit, trotz der Schwierigkeiten und Beschränkungen, mit denen der Stempelschneider zu rechnen hatte. Am leichtesten fügte sich ein Kopf in das Rund des Münzfeldes ein, auch eine sitzende oder liegende Gestalt unterzubringen mochte nicht allzu schwierig sein. Aber sobald man sich nicht mehr auf die Darstellung von Göttern und ihren Attributen beschränkte, sondern ganze Scenen, sei es heroischer oder genrehafter Art, aus dem Leben der Menschen oder der Natur abbildete, wuchsen die Schwierigkeiten. Eine stehende Figur gut in den Kreis hineinzukom- ponieren war nicht leicht. Viele Figuren zusammen zu wirkungsvoller Darstellung zu bringen, machte die Enge des Raumes fast unmöglich. Also galt es, sich weise Beschränkung auf- zuerlegen und nur das Wesentliche herauszuarbeiten. Das vermochte allein ein Künstler, und so dürfen wir hier wie bei den Gemmen und Medaillons von wirklichen Kunst- werken reden. Das Bewußtsein, nicht nur einen Nutzgegenstand zu fabrizieren, sondern etwas künstlerisch Wertvolles zu schaffen, hatten viele Stempelschneider auch selbst. Finden wir doch auf den griechischen Münzen etwa 40 Namen von Stempelschneidern, unter denen die hervorragendsten Kimon und Euainetos in Syrakus waren.

Während nun von der großen Plastik der Griechen fast nur römische Kopien auf uns gekommen sind, haben wir in den Münzen die wirklichen Originale vor uns, wie sie vor mehr denn zwei Jahrtausenden aus der Werkstatt griechischer Künstler hervorgingen. Die Sammlung unserer Anstalt freilich ist an Originalen solcher griechischer Münzen, die wir in erster Linie um ihrer Schönheit willen zeigen, nicht eben reich, und wohlwollender Gönner harrt hier noch manche dankbare Aufgabe; aber wir besitzen eine Reihe vortrefflicher gal- vanoplastischer Nachbildungen, mit denen wir uns vorläufig begnügen können.

Im folgenden seien nun diejenigen Exemplare aufgezählt, die an der oben genannten Stelle im Unterricht verwendet werden können. Die Porträtmünzen finden an anderen Stellen Erwähnung.

1. Makedonien. Tetradrachmon PhilippsII. Vs. Kopf des Zeus mit Lorbeerkranz. Rs. GIAIIIIIOr. jugendliche Gestalt auf einem schreitenden Pferde. Im PFelde Blitz, im Abschnitt N, auf die Münzwerkstätte und die Emission bezüglich.(Original.)

Während die uns geläufigen Zeusdarstellungen das Antlitz meistens in erhabener und ernster Milde zeigen, liegt in dem vorliegenden Kopf mehr ein Ausdruck weicher Anmut.