Aufsatz 
Henry Kirke White : ein Beitrag zur englischen Literaturgeschichte / von Gundlach
Entstehung
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Childhood ist eine der frühesten Productionen White's und scheint zwischen seinem vierzehnten und fünfzehnten Lebensjahre geschrieben zu sein. Es zerfällt in zwei Teile. Der Dichter schildert darin in wirklich anmutiger Weise Scenen aus seiner eignen Kindheit:

Blest Childhood, hail! Thee simply will l sing And from myself the artless picture bring; These long-lost scenes to me the past restore, Each humble friend, each pleasure, now no more, And ev'ry stump, familiar to my sight,

Recalls some fond idea of delight.

Es ist kein bedauerndes Zurückschauen auf die frohe Kinderzeit, kein krankhaftes Sichzurücksehnen, sondern ein harmloses, ungetrübtes Bild des fröhlichen, unschuldigen Kinderlebens, mit dem der Dichter sich und uns erfreut. Mit besonderer Liebe ist die Schulvorsteherin gezeichnet, wie sie in sauberem altmodischem Anzuge vor der Thüre an ihrem Spinnrocken sitzt, mit ihrer Brille, welche sie wie ein Heiligtum vor unberufenen Händen in einem ledernen Futterale zu verwahren pflegt. Diese Zeichnung ist nach der Natur: die Schulvorsteherin ist Mrs. Garrington, deren Schule er vom dritten bis fünften Jahre besuchte, und die uns auch von anderer Seite als eine ausgezeichnete Frau geschil- dert wird. Doch nicht nur freundliche Erinnerungen bietet die Kindheit; auch sie hat ihre Sorgen und ihren Kummer:

There are who think that Childhood does not share With age the cup, the bitter cup of care:

Alas! they know not this unhappy truth,

That every age, and rank, is born to ruth.

Allein die traurigen Erinnerungen verblassen doch vor den freundlichen Scenen.

Um diese Zeit entstand auch das wild originelle Fragment:The Dance of the Consumptives, wie er selbst hinzufügt:an imitation of Shakespeare. Zur Vergleichung lassen wir das Gedicht, welches doch wohl nur wenig bekannt sein dürfte, hier folgen.

The dance of the Consumptives. J.

Ding-dong! ding-dong! Merry, merry go the bells,

Ding-dong! ding-dong! Over the heath, over the moor, and over the dale, Swinging slow with sullen roar, Dance, dance away, the jocund roundelay! Ding-dong, ding-dong calls us away.

II.

Round the oak, and round the elm, Merrily foot it o'er the ground The sentry ghost it stands aloof, So merrily, merrily, foot it round.

Ding-dong! ding-dong! Merry, merry, go the bells Swelling in the nightly gale.

The sentry ghost,

It keeps its post,