Aufsatz 
Das Johannesevangelium, eine Ergänzung des Lukasevangeliums. Exegetische Studie
Entstehung
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christlichen Gemeinden Kleinasiens(Ephesus). Diese Tat- sache steht unzweifelhaft fest; denn wir haben darüber Berichte aus dem Munde von Persönlichkeiten, welche in Ephesus mit dem Apostel verkehrten(vgl. D. Zahn: Das Evangelium des Johannes 1908, S. 1317). Wir dürfen, auch ohne speziellen Nachweis als sicher annehmen, daß in diesen Gemeinden das Lukasevangelium bekannt war. Lukas selbst war den kleinasiatischen Christen perönlich bekannt. Apostelgeschichte 16, 10 ist Lukas zu Paulus gestoßen und hat ihn bis Philippi begleitet. Dort scheint Lukas zur Be- festigung der jungen Gemeinde geblieben zu sein bis zur Rückkehr des Apostels, welche Apostelgeschichte 20, 5 erzählt ist. Lukas war also sicher Zeuge des Apostelgeschichte 20, 1738 geschilderten Abschieds von den Ältesten aus Ephesus. Dieser ihnen bekannte Mann hatte unter den Augen ihres unvergeßlichen Lehrers des Heilands Bild gezeichnet. Es ist schwer denkbar, daß dies Bild den Christen in Ephesus lange unbekannt blieb. Hat doch der Apostel Paulus, wie Eph. 6, 21 bezeugt, in steter Gemeinschaft mit der Gemeinde in Ephesus gestanden. Ebenso mit der Gemeinde in Colossä, der er ausdrücklich einen Gruß von Lucas bestellte(4, 14).

So traf denn der Apostel Johannes ein Lebensbild Jesus in den kleinasiatischen Gemeinden an und es ist fast selbst- verständlich, daß es ihn trieb, an diesem Bilde zu ergänzen, was ihm die lebendige Erinnerung an den geliebten Herrn und Meister bot. Daß Johannes dies tat, sagte den klein- asiatischen Christen ohne Worte: Das Bild des Herrn Jesus, das euch Lukas gegeben hat, ist richtig. Gegensätzliches habe ich nicht hinzuzufügen, wohl aber Manches, was ich persönlich erlebt habe und was geeignet ist, euer Bild von dem Herrn Jesus noch klarer, noch tiefer zu gestalten.

Wir müssen sagen: Die Wirksamkeit des Apostels Johannes in den paulinischen Gemeinden Kleinasiens ver- langt unbedingt eine solche Arbeit des Apostels.

So führen schon die geschichtlichen Umstände zu der von uns aufgestellten Behauptung, daß Johannes mit seinem