Isidor. Hispal. Etymol. XIII, 13
(de diuersitate aquarum)
als Handhabe zur Beurteilung von Iſidorus⸗Handſchriften.*)
Von Richard Gropins, Oberlehrer.
Wenn es vielleicht auch für dieſen und jenen Gelehrten erwünſcht wäre, recht bald eine neue Ausgabe der Etymologiae des Isidorus von Sevilla zu beſitzen, da die vorhandenen von Arevalus, Migne und Otto den Anforderungen der heutigen Wiſſenſchaft in keiner Weiſe genügen, ſo würde man doch eine ſolche nicht eher in Angriff nehmen dürfen, als bis die bisher kaum begonnene Unterſuchung über den Wert der einzelnen Handſchriften dieſes Werkes und ihr Ver⸗ hältnis zu einander zum Abſchluß gebracht wäre.
Bei der ungemein großen Zahl von Codices aber, die dabei in Betracht kommen,— Haenel allein erwähnt in ſeinen Catalogi libr. mscr. deren mehr als 60 und darunter nicht weniger als 8, die über das X. Jahrhundert hinaufreichen,— iſt es für einen einzelnen kaum möglich, auch nur einen flüchtigen Blick in alle dieſe Handſchriften zu werfen, geſchweige denn ſie mit kritiſchem Auge zu prüfen. Ich richte deshalb an alle diejenigen Philologen, welche Gelegen⸗ heit haben, eine oder die andere Handſchrift des genannten Werks zu Geſicht zu bekommen, die inſtändige Bitte, ſich der kleinen Mühe zu unterziehen, mit Berückſichtigung der nachfolgenden Auseinanderſetzungen einen Blick in dieſelbe zu thun und mir dann brieflich von dem Mitteilung zu machen, was ſie dabei gefunden.
Meines Erachtens wird es zunächſt genügen, wenn man von jeder der vorhandenen, be⸗ ziehungsweiſe zugänglichen Handſchriften zur vorläufigen Orientierung einen kürzeren Abſchnitt zur Vergleichung heranzieht. Natürlich muß dies wo möglich bei allen derſelbe ſein. Ich ſchlage dazu vor das 13. Kapitel des XIII. Buches, welches den Titel führt de diuersitate aquarum. Dieſes iſt lang genug, um für die geplante Unterſuchung eine ausreichende Unterlage zu gewähren, bietet mancherlei eigentümliche Fehler der Überlieferung und zeichnet ſich vor anderen hauptſächlich dadurch aus, daß es bei ihm ſchon jetzt gelungen iſt, faſt für jeden einzelnen Satz die Quelle
*) Die vorliegende Arbeit iſt nur ein Teil der von mir angekündigten Abhandlung: die noch fehlenden Mitteilungen über den cod. Weilburgensis 3 und ſein Verhältnis zu dem Bernensis 224 werden ſpäter erſcheinen.
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