Aufsatz 
Die älteren Handschriften der Gymnasialbibliothek zu Weilburg / von Richard Gropius
Entstehung
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15 attulit erogauit. nec sibi aliquid minuit! sed mirabiliter et suorum fidelium pau- periem ditauit. et indeficientibus thesauris plenus ipse permansit,

V. Caritas ergo quae ad terram de caelo deposuit christum! ipsa ste- phanum de terris eleuauit ad caelum. Karitas quae precessit in rege! ipsa sub- sequenter refulsit in milite. O admiranda ubique potentia saluatoris! o predi- canda indesinenter gratia redemptoris. Ostendit in matre uirginitatis aeternae miraculum! demonstrauit in martyre inuictae caritatis indicium. Integritas quippe intemerata permansit in uirgine! dilectionis uestis inuicta perseuerauit in martyre. Et sicut in matre domini non potuit uirginitas uiolari! sic in martyris mente non potuit christi caritas tanto seuientium agmine superari.

VI. Stephanus ergo ut nominis sui coronam meruisset accipere! carita- tem pro armis habebat. et per ipsam.

Mit dem zweiten Blatt ſteht es anders. Von ihm iſt nicht nur eine halbe Seite durch das Aufkleben unſerm Auge entzogen, ſondern auch ſonſt ſtellen ſich der Leſung Schwierig⸗ keiten entgegen. Man hat nämlich, um für Notizen Raum zu gewinnen, die Schrift zum großen Teile abgerieben, ſo daß, abgeſehen von einer halben Seite und zwei Zeilen, welche gut erhalten ſind, von den urſprünglichen Buchſtaben nur dürftige Reſte übrig blieben. Darüber finden ſich

1. auf der inneren Seite des Deckels, von einer weit jüngern Hand geſchrieben, die Worte: Liber sancti florini in sconaugea. 2. auf der Vorderſeite des letzten Blattes, wie es ſcheint von derſelben Hand, die Worte:*) Floride florine tu sconaw sancte patrone Alterius domini librum hunc tu patere noli, und darüber in roter Farbe das Bibliothekzeichen: R VII 8

II. Die hinten angehefteten Blätter. Dieſe ſtammen aus einer von der beſprochenen weſentlich verſchiedenen Handſchrift. Das Pergament iſt dünner, die Schriftzüge gehören einer ſpäteren Zeit an, das Format iſt nicht viel größer als das des Iſidorus⸗Coder; am Rande iſt ein ſchmaler Streifen abgeſchnitten. Was den Inlhalt betrifft, ſo finden wir hier den Text zu geiſtlichen Geſängen mit darübergeſetzten Noten; die Initialen ſind abwechſelnd in Rot und Blau ausgeführt, Überſchriften, z. B. In octaua pasche, in Rot; von den Notenlinien iſt je eine rot, eine andere gelb überzogen. Drei Seiten ſind gut zu leſen, die vierte iſt zugeklebt.

Ich komme nunmehr zum Codex des Iſidorus ſelbſt. Das Material iſt teils Per⸗ gament, teils Papier. Anfangs hat der Schreiber nur Pergament verwendet: dies iſt der Fall bei den erſten 9 Quaternionen, von denen übrigens der 9. nicht 8, ſondern 9 Blätter um⸗ faßt. Dann folgen Pergament und Papier gemiſcht, jedoch ſo, daß immer das äußerſte und das mittelſte Blattpaar eines jeden Quaternio oder genauer ausgedrückt Quinternio denn von nun an gehören immer 5 Blattpaare zu einem Heft von Pergament ſind, die übrigen drei von Papier. Dieſe Einrichtung ſollte jedenfalls der Feſtigkeit des Einbandes dienen, was ſich beſon⸗ ders da zeigt, wo, wie in Quat. XIII, XIV, XVI, XVII und XVIII, in der Mitte anſtatt eines Blattpaars nur ein einzelnes Blatt eingeheftet iſt. Das Pergament war dem Schreiber knapp geworden: das zeigt ſich auch darin, daß er in die letzte Lage, Quat. XVIII, nicht 3, ſondern 6 Blattpaare von Papier einlegte.

*) Dieſelben Verſe finden ſich in 3 Handſchriften der Wiesbadener Landesbibliothek lin Nr. 6, 7 und des v. d. Linde'ſchen Katalogs].