Aufsatz 
Die älteren Handschriften der Gymnasialbibliothek zu Weilburg / von Richard Gropius
Entstehung
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Phalaridis Agrigentini tyranni epistolas IIII post superiores repertas ad divum Alphonsum Aragonum regem prooemium. Das letzte Wort dieſes Titels ſteht erſt auf der folgenden Seite. Dann folgt, eine halbe Seite lang, das Prooemium und hierauf, 3 Seiten füllend, wieder vier Briefe des Phalaris. Am Schluß derſelben ſteht die Subscriptio FINIS. und unmittelbar dar⸗ unter ein Brief von 16 Zeilen unter der Überſchrift Franciscus Aretinus Clarissimo Juris consulto Francisco Pellato Patauino Regis Alphonsi Consiliario Salutem.

Der Reſt der Seite iſt freigelaſſen. Auf der nächſten beginnt ohne Titel eine lateiniſche Überſetzung von Xenophons Hiero. Voraus geht mit goldener Initiale auf blauem Grunde ein an einen Mann Namens Nitcolaus*) gerichtetes Vorwort des Überſetzers, welches 2 ½ Seite einnimmt. Dann folgt mit Freilaſſung weniger Zeilen der Hiero. Er beginnt mit goldener Initiale auf rotem Grunde und füllt 26 ½ Seite; in der Mitte der letzten findet ſich die Sub- scriptio:.FINIS.

T½1σ.

Damit ſchließt der vorliegende Codex: jedoch ſteht am Ende der letzten Seite, zum Teil durchſtrichen, in roter Schrift noch der Titel D. F. P. Poetae clarissimi uita feliciter incipit; auch fehlen dem letzten Quinternio die letzten zwei Blätter, ſo daß es ſcheint, als ob urſprünglich auch noch die bezeichnete vita vorhanden geweſen wäre.

Nr. 2. Ein Band von 28 Centimeler Jöhe und 18 Centimeter Treite, die erſten 10 Bücher der Etymologiae des Isidorus von Sevilla enthaltend.

Der an unzähligen Stellen von Würmern angebohrte Einband beſteht aus zwei ſtarken Holzdecken: dieſe ſowie der Rücken ſind mit dunkelbraunem Leder überzogen, welches, aus einem Stück beſtehend, auf Vorder⸗ und Rückſeite des Buches eingepreßte, aus geraden Linien und da⸗ zwiſchen angebrachten Sternchen u. dergl. zuſammengeſetzte Verzierungen aufweiſt. Von den beiden Verſchlußhaken, die, an Lederriemen befeſtigt, urſprünglich vorhanden waren, iſt nur der obere er⸗ halten. Der Schnitt iſt ohne Farbe.

Der Einband iſt ſehr feſt und dauerhaft: die Holzdecken ſind auf vorn, beziehungsweiſe hinten angeheftete Pergamentblätter aufgeleimt. Dieſe ſind mit Schrift bedeckt und zwar ſind dabei folgende Beſtandteile zu unterſcheiden:

I. Die vorgehefteten Blätter, welche an ihrem jetzigen Platze die Hälfte eines Quaternio bilden, deſſen erſtes Blatt auf die vordere Holzdecke des Einbandes geklebt iſt. Die darauf befindliche Schrift läuft nicht von links nach rechts, ſondern von oben nach unten, beziehungsweiſe umgekehrt. Dieſes kommt daher, daß die Blätter urſprünglich einer Handſchrift angehörten, deren Format doppelt ſo groß war, wie das des vorliegenden Iſidorus⸗Codex, in welcher ſie nicht wie jetzt eine aus 4 Blättern beſtehende Blattlage, ſondern nur 2 einzelne Blätter bildeten, die erſt bei ihrer Verwendung als Einbinde⸗Material der Quere nach in der Mitte gebrochen und in einander gelegt wurden. Beide Blätter ſind nach Format und Material einander ganz gleich und auch der Charakter der darauf befindlichen Schrift iſt bei beiden genau derſelbe: die Buchſtaben ſind groß und deutlich und zeigen im weſentlichen Formen, wie die in der Dresdener Handſchrift des Widukind von Corvey.(Vergl. die beiden Faeſimile in Stacke's Deutſcher Geſchichte zu Heinrich I. und zu Otto I.] Die Tinte iſt tiefſchwarz. Was den Inhalt betrifft, ſo diente derſelbe geiſtlichen

*) Wahrſcheinlich den obenerwähnten Papſt.