Aufsatz 
Entwurf einer griechischen Vorschule / von Gropius
Entstehung
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es gelegentlich bei der Lectüre eines Schriftstellers, sei es bei zusammenfassenden und er- weiternden Repetitionen grammatischer Pensa.

Ich gehe noch weiter und behaupte: auch Wörter, die in den griechischen Schrift- stellern so häufig erscheinen, wie 16 oder dνoνα, oder die zur Bildung von Sätzen für unsere Uebungsbücher so geeignet scheinen, wie sxυ, ασένσ und qεο, und deshalb, wenigstens in den Formen ihres Praesensstammes, von den meisten Verfassern derartiger Hilfsbücher mit besonderer Vorliebe angewendet zu werden pflegen, können recht gut der ersten Stufe des griechischen Unterrichtes fern gehalten werden.

Dadurch gewinnen wir die nöthige Zeit, um die wichtigsten Regeln der Syntax einzuüben. Hierher rechne ich z. B. folgende:

1. Das Neutr. Plur. hat das Verb. fin. im Sing. bei sich.[Curt.§ 363.]

2. Der Artikel entspricht im allgemeinen dem deutschen bestimmten Artikel. [Curt.§ 370.]

3. Das Prädicat hat in der Regel keinen Artikel.[Curt.§ 378.]

4. Das attributive Adjectiv tritt zwischen Artikel und Substantiv.[Curt.§ 384.]

5. Das Possessiv-Pronomen hat den Artikel vor sich, wenn ein bestimmter einzelner Gegenstand damit bezeichnet wird.[Curt.§ 388.]

6. alτ⁶ςσ ττασρσηm und τππαηιην mεαμτo heisst ipse pater, d αάος dm heisst idem vir.[Curt.§ 389,1.].

7. hie vir heisst oꝰrog.[Curt.§ 389,2.]

etc. etc. So viel über die Ausdehnung unseres Pensums.

Was nun die Behandlung desselben betrifft, so sucht die Vorschule zunächst schon durch ihre äussere Einrichtung dahin zu wirken, dass bei dem Schüler keinerlei Zersplitterung der Kräfte eintrete, indem sie ihre einzelnen Theile in die engste Beziehung zu einander gebracht hat. Den Mittelpunkt bildet das Lesebuch. Dasselbe ist in fortlaufend numerirte Paragraphen getheilt, die nach methodisch- didactischen Principien geordnet sind und so dem Unterrichte seinen Gang Schritt für Schritt vorzeichnen. Zu jedem Paragraphen des Lesebuches gehört ein mit derselben Zahl bezeichneter Paragraph der Formenlehre, welcher dasjenige enthält, was der Schüler zu dem schon früher bekannten hinzulernen muss, wenn er alle Formen, die in dem entsprechenden Paragraphen des Lesebuchs vorkommen, richtig verstehen will. Die Kenntnis der nöthigen Vocabeln gewährt ihm zum Theil das zum Memoriren bestimmte Vocabularium, zum Theil das angehüngte Wörterverzeichnis zum Nachschlagen. Jenes ist grammatisch ge- ordnet, und zwar genau nach den Paragraphen der Formenlehre, und enthält diejenigen meist aus Xenophon entnommenen Wörter, deren Form und Bedeutung dem Schüler unter allen Umständen genau und fest eingeprägt werden soll; dieses dient dem vorüber- gehenden Bedürfnis und enthält in alphabetischer Reihenfolge alle Wörter, welche im Lesebuch vorkommen. Die syntactischen Anmerkungen sollen in erster Linie das Verständnis der im Lesebuch enthaltenen Sätze erleichtern, dann aber zugleich den Blick des Schülers auf die wichtigsten Eigentümlichkeiten der griechischen Satzlehre richten. Es ist deshalb bei der Wahl oder Bildung dieser Sätze auch darauf Rücksicht genommen, dass in ihnen jene syntactischen Eigentümlichkeiten in ausreichendem Masse