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Aeltern auswärts wohnen, aber doch nur im durchschnittlichen Verhältniss von 1,6 zu 1. Anders gestaltete sich dieses Verhältniss seit 1857, seit welcher Zeit die auswürtigen Schüler die Mehrzahl pilden, so dass im Durchschnitt auf 1,26 auswärtige nur einer von Wiesbaden kam. Berücksichtigt man auch in dem Zeitraume von 1845— 1857 nur die Oberclassen, so bilden die auswärtigen Schüler ebenfalls die Mehrzahl, und zwar gibt der Durchschnitt das Verhältniss 1,14 zu l. Im Jahre 1861/62 finden wir sogar bei 32 Wiesbadenern 59 Aus- wärtige, während im Jahre 1854/55 neben 107 Wiesbadenern nur 42 Auswärtige die Schule besuchten.
Die erste Abiturientenprüfung wurde im Herbst 1847 abgehalten. Von Ostern 1849 an fanden solche Prüfungen regelmässig am Schluss des Wintersemesters jedes Jahres statt, ausserdem in den Jahren 1856, 1858, 1859, 1860, 1861, 1862, 1864, 1866, 1867 und 1869 auch noch am Schlusse des Sommersemesters für solche Schüler, welche entweder nach zwei- jährigem Besuche der Prima sich der Prüfung noch nicht zu unterziehen wagten, oder in der vorangegangenen Prüfung den Anforderungen nicht genügt hatten. Nur zu Ostern 1848 hatte sich kein Schüler zur Prüfung gemeldet. Im ganzen Zeitraum mit Ausschluss des gegen- wärtigen Schuljahres konnten an 151 Schüler Zeugnisse der Reife ertheilt werden. Am grössten war die Zahl der Abiturienten zu Ostern 1861, sie betrug damals 15. Fast alle diese Schüler widmeten sich später dem öffentlichen Dienste, mehrere auch der Maschinenbaukunde.
Durch den Tod wurden der Anstalt im Ganzen 17 Schüler entrissen, und ausserdem einer der jungen Männer, welche sich am Realgymnasium für die Ertheilung des Zeichen- unterrichts ausbilden sollten. Zwei derselben ertranken im Rhein, der eine beim Aufsuchen von Muscheln, der andere beim Baden, die übrigen starben meistens am Nervenfieber oder an Brustleiden. Am verhängnissvollsten waren die Schuljahre 1862/63 und 1867/68, in welchen beiden Jahren von der obigen Summe allein 6 Schüler starben, je 3 in jedem der beiden Jahre. Dagegen verliefen 14 Schuljahre, ohne dass wir den Verlust eines Schilers zu beklagen hatten.
c) Lehrer.
Bei Eröffnung des Realgymnasiums im Frühjahre 1845 waren an demselben von den Lehrern der bisherigen städtischen Realschule thätig: Oberlehrer Ebenau, die Reallehrer Becker und Maué, die Hilfslehrer Hermann und Leyendecker, der Lehrer der fran- zösischen Sprache Chonmel, der Zeichenlehrer von Bracht und der Schreiblehrer Meister. Zu diesen traten durch neue Anstellung Schulrath Müller als Director, der Verfasser dieser Abhandlung als Oberlehrer, Scheuer als Zeichenlehrer für das gebundene Zeichnen, und Anthes als Gesanglehrer. Nach Anfang des Wintersemesters erhielt das Lehrercollegium einen weiteren Zuwachs durch Professor Wackernagel, und gegen Ende des Schuljahres durch Oberlehrer Lüdecking, der nach dem Tode des Sprachlehrers Chomel den französischen Unterricht zum grössten Theil übernahm. Der Hilfslehrer Leyendecker wurde gegen Ende des Schuljahres zum Reallehrer ernannt, und der Hilfslehrer Hermann zu Ostern 1846 als Reallehrer nach Emns versetzt. Dafür trat bei Beginn des neuen Schuljahres(1846 47) der Colla-


