Zur Geschichte des Magnetismus.
Der Magnetstein und seine beiden charakteristischen Eigenschaften, die Anziehung des Eisens und die Eigenschaft, bei freier Beweglichkeit nur in einer ganz bestimmten Lage in Ruhe gelangen zu können, sind schon den Alten bekannt gewesen. Der Name Magnet so von Magnesia, einer Stadt Lydiens in Vorderasien, herstammen, weil man dort zuerst auf diesen Stein und seine Eigenschaften aufmerksam gewesen sei. Die Erzählung des Plinius (hist. nat. 34, 14), dass ein Schäfer, Magnes mit Namen, auf dem Berge Ida in Lydien die Schafe hütend mit seinen nägelbeschlagenen Schuhen an einem Eisenstein-Felsen hängen geblieben, und auf diese Weise der Entdecker des Magnets geworden sei, erkennt wohl ein Jeder als Fabel. Bei Plato und Theophrast kommt der Magnet unter dem Namen des He- raclischen Steins vor, weil Magnesia auch Heraclea geheissen habe, eine Benennung, welche jedoch noch einem halben Dutzend anderer Städte gegeben wurde. Zur Zeit des Thales(639— 546 v. Chr.) wusste man auch schon, dass, wenn ein eiserner Ring an einen Magnetstein gebracht wurde, dieser daran haftete, und an diesem ein zweiter hängen plieb, an diesem wieder ein dritter, so dass es eine lange Kette von Ringen gab, ferner dass Stückchen Eisen in einem Kessel von Erz, unter welchem man einen Magnetstein hin- und herführte, sich bewegten, oder, wie die Alten sagten, tanzten und sprangen. Plato (429—- 348 v. Chr.) und Lucretius(99— 55 v. Chr.) erzählen dasselbe, letzterer macht ausserdem noch auf das abwechselnde Anziehen und Abstossen, und darauf aufmerksam, dass der Magnetstein weder andere Metalle ausser Eisen, noch Holz anziehe.
Plinius(23— 79 n. Chr.) beschränkt die Anziehung ganz bestimmt auf das Eisen, und weiss auch, dass der Magnetismus dem EFisen langdauernd mitgetheilt werden kann(hist. nal. 34, 14.„sola haec materia ferri vires aà magnele lapide accipit retinetque longo tempore). Ferner erzählt er in dem eben citirten Werke, von welchem er selbst sagt, dass er dessen Inhalt aus mehr als 2000 Bänden geschöpft habe, der Baumeister Dinochares zu Alexandrien habe angefangen, den Tempel der Arsinoe mit Magnetstein zu wölben, da- mit in demselben das Bild des Gottes aus Eisen in der Luft zu schweben scheine, aber die
Ausführung sei durch des Baumeisters und des Ptolemäus Tod vereitelt worden. Nicht so 1


