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Krystallen hatte er mit einer grünen, rechteckigen Turmalinplatte angestellt, deren optische
Axe in die Längenrichtung der Platte fiel. Als er diese Platte an einem Coconfaden so auf- hängte, dass die Richtung des Fadens mit der Richtung der optischen Axe zusammenfil, stellte sie sich, wie jeder magnetische Körper von gleicher Form gethan haben würde, in der Weise, dass ihre Breitenrichtung mit derjenigen graden Linie, welche die beiden Polspitzen verbindet, zusammenſiel, also axial, wie es Faraday nennt. Es hatte dies Nichts Auffallendes, da der Turmalin so stark magnetisch war, dass er, in der unmittelbaren Nähe einer Polspitze auf- gehängt, von dieser angezogen wurde. Dieselbe Platte wurde nun so aufgehängt, dass ihre Breitenrichtung mit der Richtung des Coconfadens zusammenfiel, und die optische Axe also in der Horizontalebene frei schwingen konnte. Als magnetischer Körper hätte sich die Platte wieder axial stellen müssen, sie stellte sich aber, wie ein diamagnetischer Körper von gleicher Form gethan haben würde, nämlich mit ihrer Längen- und Axenrichtung senkrecht gegen die die Polspitzen verbindende gerade Linie, also ä quatorial. Dasselbe geschah auch, als sie endlich auch noch so aufgehängt wurde, dass sie selbst, und mithin auch ihre optische Axe, horizontal schwingen konnte. Ausser dem Turmalin wurden auch noch folgende einaxige Krystalle untersucht: Kalkspath, Quarz, Zirkon, Smaragd, Idocras und Korund. Die Versuche über zweiaxige Krystalle wurden mit magnetischem Glimmer und diamagnetischem Topas an- gestellt, und werden von Plücker so beschrieben:„lIch schnitt aus einer Glimmertafel eine kreisrunde Scheibe von ungefähr 22 mm. Durchmesser, und hängte dieselbe an einem Cocon- faden so auf, dass sie horizontal schwingen konnte. Es liegen bekanntlich die beiden optischen Axen des Glimmers in einer Ebene, welche auf dem Blätterdurchgange desselben senkrecht steht, indem sie mit der Normalen zu beiden Sciten derselben Winkel bilden, welche ich auf 22 ½ 0 schätzte. Bei der obigen Aufhängung konnte sich also die Ebene der optischen Axen um ihre vertical stehende Mittellinie drehen. Zwischen den beiden Magnetpolen nahm das Glimmerblättchen eine solche Stellung an, dass diese Ebene mit der Aequatorialebene zu- sammenfiel. Der Glimmer verhält sich wie ein magnetischer Körper. Es wurde mit Rücksicht hierauf aus einer Glimmertafel ein Sechseck mit parallelen gegenüberliegenden Seiten so ge- schnitten, dass die längere Dimension von 26 mm. in die Ebene der optischen Axen ſiel, während die Breite des Blättchens nur 18 mm. betrug. Das Glimmerblättchen wurde wiederum wie vorhin aufgehängt, und stellte sich, wenn die Polspitzen möglichst genähert wurden, mit seiner Längenrichtung, also mit der Ebene der beiden Axen, in die Linie der Pole. Wurde das Glimmerblättchen gehoben oder gesenkt, so drehte es sich um 90⁰0, so dass die Ebene der beiden optischen Axen sich senkrecht gegen diese Linie stellte. Wenn ein diamagnetischer wasserheller Topas, der so geschliffen war, dass er annäherungsweise eine gerade rhombische Säule bildete, so aufgehängt wurde, dass die Ebene seiner beiden optischen Axen sich vertical um die Mittellinie derselben drehen konnte, so stellte sich bei möglichster Annäherung der Polspitzen diese Ebene in Folge des Diamagnetismus axial(die beiden Paare gegenüberlie- gender Seitenflächen standen auf den beiden optischen Axen senkrecht), drehte sich aber, den Diamagnetismus überwindend, um 90⁰, und stellte sich äquatorial, sobald der Krystall ge- hoben oder gesenkt wurde. Wenn der Krystall so aufgehängt wurde, dass die Ebene seiner beiden Axen horizontal schwingen konnte, so stellte sich die Mittellinie(sie fiel mit der kürzeren Diagonale der rhombischen Säule zusammen) wiederum axial, und nach einer Hebung oder Senkung, den Diamagnetismus überwindend, äquatorial“. Nachdem Plücker die Ab-


