Aufsatz 
Proben physikalischer Übungsaufgaben / vom ... R. Kohlrausch
Entstehung
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sehr grossen Verhältnisse mit der Geschwindigkeit zunimmt. Sobald das Wasser aber einen Widerstand bietet, muss es als compressibler Körper auch wirklich an der vorderen Fläche des Steins und noch bis zu einer gewissen Tiefe comprimirt sein, und wirkt dann wie jeder elastische Körper gegen einen Stoss. Ist nun die Geschwindigkeit des Steines gross genug, so dass die Compression(also elastisch gegenwirkende Kraft) bedeutend ge- nug wird; trifft ferner, wozu ausser der Gestalt des Körpers wesentlich ein recht kleiner Auffallswinkel beiträgt, die Oberfläche des Steins das Wasser so, dass die Resultirende des gesammten Widerstandes nicht der Richtung des Steines grade entgegengesetzt ist, son- qern mit ihr aufwärts einen hinreichend grossen Winkel bildet, so können sich diese Re- sultirende und die Bewegungsgrösse des Steins zu einer neuen Kraft zusammensetzen, welche ihn wieder aufwärts treibt. Schneidet ein flacher Stein z. B. ein Stück Schie- fertafel mit seiner scharfen Kante zuerst in das Wasser ein, so ricochetirt er nicht. Ein spitzer Pfeil dringt fast immer in das Wasser ein. Man kann in der Art nach der Scheibe schiessen, dass man auf ihr Spiegelbild im Wasser zielt. Demnach verhält sich bei so grossen Geschwindigkeiten das Wasser wie eine feste, vollkommen elastische Ebene. Da man tief unter Wasser das Aufwerfen eines Steins auf dessen Oberffüche hört, so geht aus diesem Schalle hervor, dass die Compression sich bis in die grösste Tiefe fortpflanze, wie sich das bei elastischen Körpern eigentlich von selbst versteht.

17. Die Depression hat abgenommen, also die Adhäsion des Quecksilbers an das Glas ist gewachsen und in dem einen Falle seiner Cohäsion gleich geworden. Ein solches Baro- meter gibt den Luftdruck immer zu gross an.

18. Weil er das Quecksilber im Barometer für wärmer gehalten hat, als es ist, so subtra- hirt er bei der Reduction zu viel. Die Reihen der reducirten Barometerstände würden also durch den Reductionsfehler ergeben, dass das Barometer gleich nach 8 Uhr falle, darauf aber wieder steige,(wenn nämlich das Qnecksilber im Barometer allmählig zu der Wärme gelangt, welche das Thermometer schon längere Zeit in der constant gewordenen Temperatur des Zimmers gehabt hat). Daraus würde dann auf die Oscillation des Luft- gruckes in ähnlicher irriger Art geschlossen.

19. Weil dann bei den Reductionen addirt werden müsste. Unter jener Voraussetzung würde dann zu viel addirt, also, jenem Falle entgegengesetzt, eine steigende Schwankung gefunden sein, welche den Fehler, den das Beispiel voraussetzt, im Mittel aller Beobachtungen des Monates ganz ausgleichen könnte.

20. Wir haben vergessen, den atmosphärischen Druck, unter welchem die Luft im kurzen Schenkel schon stand, mit in Rechnung zu bringen. Als die Luft bis auf 8 Zoll zusam- mengepresst war, erlitt sie ausser dem Drucke von 1 Zoll Quecksilber noch den des derzeitigen Barometerstandes. Dass der Schluss falsch sei, konnte man 7. B. schon daraus wissen, dass fast dasselbe Resultat sich ergeben haben würde, wenn man statt 1 und 2 Zoll Quecksilber 1 und 2 Linien genommen, oder statt des Quecksilbers Wasser zum Versuche angewendet hätte.