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Der englische Geolog Hopkins zieht aus seinen, auf astronomischen Thatsachen ruhenden Berechnungen den Schluss, dass für den Fall der Annahme eines feuerflüssigen Erdkerns die starre Rinde im Minimum 172 bis 215 geographische Meilen Dicke haben müsste, verwirft jedoch diese Annahme und setzt voraus, dass die Erstarrung in Folge des Unter- sinkens vom Erdmittelpunkt habe beginnen müssen. Erst in spätern Stadien der Abkühlung, nachdem die Flüssigkeit so zähe geworden wäre, dass die auf der Oberfläche erstarrten Massen nicht mehr hätten niedersinken können, sei eine Kruste entstanden, welche nun zwischen sich und dem starren Erdkern die Reste der gluthflüssigen Masse bärge. Poulett Scrope lässt diese Reste noch in zusammenhängender Schicht vorhanden sein. Beide betrachten diese Masse, die in Uebereinstimmung mit den geothermischen Beobachtungen nun schon in einer Tiefe von 8 bis 10 Meilen vorhanden sein kann, alsden Sitz der vulkanischen Thätigkeit. Der vulkanische Ausbruch wäre daher, ganz analog dem Ausbruch heisser Quellen, hervorgerufen durch Pressung einer flüssigen Masse von überlagernden starren Massen, verstärkt durch die in dem Auswurfs- rohr bei vermindertem Druck sich bildenden Gase, besonders den Wasserdampf. Es bleibt dabei gleichgültig, ob wir einen Zusammenhang zwischen den Herden mehrerer oder aller Vulkane annehmen oder nicht.
Es muss noch erwähnt werden, dass der englische Forscher Sterry Hunt diese Grenzregion zwischen starrem Kern und starrer Kruste als in wässerigem Schmelzfluss be- findlich sich vorstellt und gewissermassen als die Tiefe betrachtet, bis zu welcher das Wasser und durch dasselbe verschiedene Atmosphärilien einzudringen im Stande sind. Oxyde und Hydrate würden diese untere Grenze nicht überschreiten, bei Zufuhr von Sauer- stoff von oben würde Gelegenheit zu Oxydation und Erhitzung unter gewissen Umständen sich darbieten.
Es haben diese neuesten Ansichten über das Erdinnere hier Platz finden müssen, um die verschiedenen Erdbebentheorien zu beleuchten. Es tritt uns vor Allem die zwar geistreiche aber unhaltbare Theorie Rudolf Falb's in Gratz entgegen, der den obigen Erwägungen zuwider eine feuerflüssige Innenkugel, über der sich die starre Schale wölbt, annimmt. Kosmische Attractionen sollen, wie in unsern Oceanen ein Ebben und Fluthen jener glühend flüssigen Massen hervorbringen und der Zusammenstoss der Fluth- welle mit dem starren Gezimmer der Rinde die Erschütterungen des Erdbodens im Erd- beben bewirken. Die primäre Fluth im pacifischen Ocean, welche unter Einwirkung des culminirenden Mondes entsteht, beträgt etwa 2 bis 3 Fuss, eine Innenfluth müsste ent- sprechend der grössern Nähe des Erdmittelpunktes und der grössern Cohärenz der zu be- wegenden Massen viel unbedeutender sein, jedenfalls sich aber nicht bald hier, bald dort kundgeben, sondern ein regelmässiges Pulsiren der Erdoberfläche in der Nähe der Tropen hervorrufen, welches mit den oceanischen Fluthen coincidirte. Das Erdbeben vom 6. März d. J. ist auch für diese Theorie ausgebeutet worden,— obschon Neumond erst am 9. März 1 Uhr 47 Minuten Nachmittags stattfand, also ein attractives Zusammenwirken von Sonne und


