Aufsatz 
Louis Bourdaloue, Prediger am Hofe Ludwigs XIV
Entstehung
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Vorschrift, hinzuführen lernbefliss'ne Jugend zu dem Born des Wissens und zu Leiten sie den dornenreichen Pfad der Tugend.

Reiche Früchte trug seither die Saat, die hier mit regem Fleiße und von Kund'gen Händen mit gewissenhafter Sorgfalt ward gepfleget. Tausende von Schülern, ausgerüstet mit des Geistes Heitren Waffen, sind hinausgezogen In die weite Welt, zu kämpfen um des Daseins Güter; höher, immer höher Auf der Stufenleiter sind gestiegen Sie empor, errangen Achtung sich bei Hoch und Niedrig. Dankbar jedoch stets und Eingedenk sind sie geblieben dieser Ersten Stätte ihrer Bildung und der Würd'gen Männer, die mit ihren ganzen Herzen hingen an der jugendlichen Schar und mit bedächt'ger Sorgfalt nur ihr Bestes jederzeit im Auge hatten.

Ich auch saß vor langen Jahren an des Wissens unerschöpfter Quelle zu den Füßen dieser würd'gen Meister. Ihre Schuld nicht ist es, wenn beschränket meine Weisheit ist geblieben und zu ihrer Höhe ich mich nicht emporgeschwungen. Aber tief im Herzen hege ich des Dankes Schuld, den ich in schlichten Worten Bei der selt'nen Feier auszusprechen Mich gedrängt, verpflichtet fühle. Nehmet Gütig hin, ehrwürd'ge Väter, Gruß und Glückwunsch:»Daß noch weit're hundert Jahre Eure Sorgfalt über hoffnungsvoller Jugend Walte, daß auch fürderhin zu ihrem Wohle, Euch zur Ehre reicher Segen Wie bisher belohne Euer Mühen!«

Am 16. Februar starb im Stifte Tepl der hochw. Herr Karl Pleyer, der vom Schuljahre 1869/70 bis 1895/6 als Professor der klassischen Sprachen an der Anstalt verdienstvoll gewirkt hatte. Der Beerdigung am 18. Feber wohnten zwei Mitglieder des Lehrkörpers bei; in der Gymnasialkapelle wurde an demselben Tage für den Verstorbenen ein feierliches Requiem abgehalten.

Der Gottesdienst war bei den Schülern aller Konfessionen geregelt. Die katholischen Schüler wohnten in der wärmeren Jahreszeit auch an den Wochen- tagen dem Gottesdienste bei und beteiligten sich samt dem Lehrkörper an der Fronleichnamsprozession. Am 26. November, 18. April und 1. Juli empfingen sie die hl. Sakramente der Buße und des Altares. Mit der österlichen Beichte wurden die geistlichen Exerzitien verbunden.

Das 1. Semester wurde am 11. Februar geschlossen, das zweite fand am 15. Juli mit einem feierlichen Gottesdienste, Absingung der Volkshymne und Ver- teilung der Zeugnisse seinen Abschluß.