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6. Ein Abiturient, von dessen schriftlichen Maturitätsarbeiten im Sommertermin- vier oder mehr als nicht genügend befunden worden sind und dem eine Semestral- Wiederholungsprüfung bewilligt wurde, ist nicht als reprobiert zu betrachten, sondern hat sich in der Regel nach Ablegung der Wiederholungsprüfung neuerdings der schriftlichen Prüfung zu unterziehnen.(Min.-Erl. vom 9. Mai 1905, Z. 16187, k. k. L.-S.-R. 18. Mai, Z. 20750).
NI. Chronik.
Am 16. August 1904 geruhten Seine k. und k. Apostolische Majestät bei der Fahrt nach Marienbad kurze Zeit auf dem Bahnhofe in Pilsen zu verweilen. Hiebei hatte der Berichterstatter das Glück, dem Allerhöchsten Herrn im Namen der Mittelschulen der Stadt zu huldigen.
Am 18. September wurde das Schuljahr mit einem feierlichen Gottesdienste und der darauf folgenden Vorlesung der Schulgesetze eröffnet. Dem Veni Sancte wohnten auch folgende Herren Abiturienten d. J. 1864 bei, die nach langer Trennung für diesen Tag eine Zusammenkunft verabredet hatten: Dr. Wilhelm Glaas, Stadtarzt in Dobrzan, Franz Jedlitschka, k. k. Hofrat und Kreisgerichtsrat in Leitmeritz, Dr. Heinrich Löwenstein, Badearzt in Karlsbad, P. Vinzenz Nadler, Professor der Anstalt, Wilhelm Rauscher, k. k. Regierungsrat, Generalinspektor der Kaiser Ferdinands-Nordbahn in Wien, Dr. Ferdinand Sperl, Distrikts- und Stadtarzt in Bischofteinitz, Peter Houska, k. k. Postbeamter d. R. in Pilsen. Mit Rücksicht auf die von ihnen bekleideten Amter konnten die Herren nicht lange verweilen und verbrachten die wenigen ihnen vergönnten Stunden in herzlichem Verkehr; der Anstalt schenkten sie eine Photographie nebst einem bedeutenden Betrage für die Schülerlade. Der Herr möge ihnen gewähren, bei der verabredeten Zusammen- kunft nach fünf Jahren ein freudiges Wiedersehen zu feiern.
Am 20. September wurde für Ihre kais. und königl. Majestät, Weiland Kaiserin Elisabeth, in der Gymnasialkapelle ein feierliches Requiem abgehalten, in gleicher Weise am 19. November, dem Namensfeste der verstorbenen Kaiserin.
Den 4. Oktober, das Namensfest Seiner kais. und königl. Apostolischen Majestät des Kaisers, feierte die Anstalt durch einen festlichen Gottesdienst; auch wohnten einige Mitglieder des Lehrkörpers dem in der Stadtkirche abgehaltenem Hochamte bei.
Am 31. Oktober inspizierte der Herr k. k. Landesschulinspektor Dr. Josef Muhr den Unterricht in der Naturgeschichte, am 15. November und am 8. Mai der Herr fürsterzbischöfliche Kommissär, Erzdechant Augustin Strizek, den Religions- unterricht.
Am 2. November dieses Jahres waren 100 Jahre verflossen, seitdem die ersten zwei Chorherren aus dem Stifte Tepl als Lehrer an dem jetzigen deutschen Staatsgymnasium ihre Tätigkeit begonnen. Da am Tage vorher ein Unbekannter in dem 5 Prager Abendblatte« auf diesen Gedenktag aufmerksam machte, kamen der Direktion zahlreiche Glückwünsche von ehemaligen Schülern zu. Ein Abiturient
des Jahres 1870, Herr Bürgerschuldirektor Josef Kopetzky in Petschau, sandte nachstehenden»Festgruß«:
»Hundert Jahre sind dahingegangen, In den Ozean der Zeit versunken, Seit des heil'gen Norbert fromme Söhne Pilsens altehrwürd'ge Bildungsstätte Hoffnungsvoll in ihre Hut genommen, Treu befolgend ihres Ordensstifters


