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L. Veuillot: Bourdaloue et Molière. Paris, 1880.
Chérot: Bourdaloue inconnu. Paris, 1900.
E. Griselle: Bibliographie critique de Bourdaloue. Paris, 1900.
E. Griselle: Bourdaloue, histoire critique de sa prédication. 2 Bde. Paris, 1901.
E. Griselle: Sermons inédits de Bourdaloue. Paris, 1901.
Lettres de Madame de Sévigné. 14 Bde., neue Ausgabe. Paris, 1887 ff.
Abbé Hurel: Les orateurs sacrés à la cour de Louis XIV. Paris, 1874.
Philippson: Das Zeitalter Ludwigs XIV. Berlin, 1879.
Gaillardin: Histoire du regne de Louis XIV. Paris, 1871—76. 6 Bde.
Dr. Joh. B. Weiss: Weltgeschichte. 10. und 11. Bd. Graz und Leipzig, 1893.
Josef Jungmann: Theorie der geistlichen Beredsamkeit. Freiburg, 1883.
Castets: Bourdaloue, la vie et la prédication d'un religieux au XVII. siècle. Paris, 1901.
Ausgabe der Predigten Bourdaloues:
Bretonneau: Les sermons du Père Bourdaloue. Paris, 1704— 1737. 14 Bde. Neu revidiert. Paris, 1838. 3 große Quartbände. Die neueste Ausgabe ist in Lille 1882 in 6 Bänden erschienen. Deutsche Ubersetzung. Regensburg, 1847— 69. In 14 Bänden.
Weitere Literatur und Ausgaben siehe bei De Backer-Sommervogel:
Bibliothèque de la compagnie de Jésus. 3. Aufl. Bruxelles et Paris, 1891.
Tome II.
Das Leben Bourdaloues bis zu seinem Auftreten in Paris.
Louis Bourdaloue wurde im Jahre 1632 zu Bourges(Département Cher, im Zentrum von Frankreich) geboren. Der Tag seiner Geburt läßt sich nicht mit Sicherheit bestimmen; getauft wurde er am 29. August. Gewöhnlich nimmt man den 20. August 1632 als Datum der Geburt an. Er gehörte einer vornehmen Familie an, die kurz vorher geadelt worden war. Sein Vater Stephan Bourdaloue war Rat des Oberlandesgerichtes in Bourges, später dienstältester Rat am selben Gerichtshof, ein Mann von der größten Rechtschaffenheit und ausgezeichnet durch eine große Rednergabe. Er hatte in seiner Jugend in sich den Beruf zum Jesuitenorden gefühlt, war ihm aber nicht gefolgt und heiratete Anne le Large, die einer sehr angesehenen Familie in Bourges entstammte. Sie war geistreich und eine musterhafte Frau und starb am 22. Mai 1700, wenige Jahre vor ihrem Sohn. Außer Louis hatte sie noch eine Tochter Anne, die später einen hohen Finanzbeamten, Monsieur de Chamillart-Villate, heiratete(ihr Neffe wurde Kriegsminister) und einen Sohn Robert, der frühzeitig starb. Der junge Louis Bourdaloue begann am 1. Oktober 1640 seine Studien am Kolleg der Jesuiten in Bourges, an welchem sechs Jahre früher der Prinz Louis von Condé die Philosophie mit glänzendem Erfolg absolviert hatte. Daraus erklärt sich, daß die beiden später so innige Freundschaft schlossen. Louis Bourdaloue hatte ein lebhaftes und feuriges Temperament, einen Verstand von bewunderns- werter Schärfe und ein gutes Herz. Er machte die Grammatikal- und Humanitätsklassen, die Rhetorik und Philosophie durch und zeichnete sich bald unter seinen Mitschülern aus, sodaß er schon 1644 als Prämiant ein Buch bekam als Preis für seinen Fleiß und seine Kenntnisse. Als der junge Bourdaloue seine Studien vollendet hatte, fühlte er sich zum Ordens- stande berufen und wollte bei den Jesuiten eintreten, sein Vatex jedoch machte ihm Schwierigkeiten und verweigerte seine Zustimmung. Da reiste der Sohn ohne Wissen und Willen des Vaters nach Paris und begab sich in das Noviziat der Jesuiten in der Vorstadt St. Germain. Doch der Vater


