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3. Iphitos, ein Nachkomme des Oxylos und Herrſcher von Elis, erneut in Verbindung mit dem lakedämoniſchen Lykurgos die Olympiſchen Spiele gegen 884 v. Ch. G.,, und 27 Olym⸗ piaden(108 Jahre) darnach wird Koröbos als Sieger aufgezeichnet,— Anfang der Olympiaden⸗Rechnung: 884— 108= 776 v. Ch. G.
Die meiſten Nachrichten ſtimmen darin überein, daß Iphitos, ein Nachkomme des Orylos und Herrſcher von Elis, die Olympiſchen Spiele, die nach der Herrſchaft des Orylos unterbrochen wurden, erneut habe; aber wann dieſes geſchehen, leſen wir nirgends mit einiger Beſtimmtheit. Man ſtützt ſich dabei gewöhnlich, um einen Haltpunkt zu finden, auf die Nachricht, daß die Erneuerung der Spiele mit Lykurgos, dem ſpartaniſchen Geſetzgeber, oder doch zur Zeit deſſelben geſchehen ſei und ſucht nun ſichere Daten über die Zeit des Lykurgos und ſomit auch für den Iphitos zu gewinnen. Allein Beides iſt mit großen Schwierigkeiten verbunden, indem die Nachrichten der vorzüglichſten Schriftſteller ſich oft gradehin widerſprechen, oder nur Weniges oder gar Nichts darüber bieten. Wir wollen indeſſen verſuchen, dieſelben, ſoweit ſie uns zu Gebote ſtehen, hier mit zu theilen, um, wo möglich, einen Schluß daraus ziehen zu können.
1) Erneuerung der Olympiſchen Spiele durch Iphitos mit Lykurgos oder zur Zeit deſſelben.
Pauſanias erzählt(V. 8, 2. und 4, 4. VIII. 26, 3. V. 20, 1.), daß zur Zeit des Iphitos, der von Orylos abſtammte und Elis beherrſchte, Hellas durch bürgerliche Unruhen und eine peſtartige Krankheit ſchwer beimgeſucht wurde, daß Iphitos den Delphiſchen Gott um Erlöſung von den Uebeln gebeten und die Pythia ihm geantwortet habe, Iphitos und die Eleier ſollten die Olympiſchen Spiele wieder berſtellen. Und ſo bewog er die Eleier, auch dem Herakles zu opfern, den ſie bisher als ihren Feind betrachtet hätten, und ordnete zur Zeit des Lykurgos, der den Lakedämoniern ihre Geſetze gegeben, die Feſtſpiele zu Olympia wieder an mit der allgemeinen Verſammlung daſelbſt und dem Waffenſtillſtande, den die Eleier während der Feier der Spiele ankündigten, was Alles bis dahin eine Zeit lang unterblieben war. Der Waffenſtillſtand wurde auf einer Wurfſcheibe eingegraben, und zwar ſo, daß die Buchſtaben kreisförmig auf der Wurfſcheibe berumliefen.
Ferner ſagt Pauſanias(III. 2, 3.), Lykurgos ſei der Vormund des Labotas geweſen, der nach ſeinem Vater Echeſtratos die Herrſchaft in Sparta erhalten, und Herodotos nennt(I 65.), wie auch Pauſanias bemerkt, dieſen Unmündigen Leobotas, des Lykurgos Bruders Sohn, als deſſen Vormund er ſeine Geſetze gegeben. Auf den Labotas, wie Pauſanias(III. 2, 4.) fortfährt, folgte ſein Sohn Doryſſos, und auf dieſen ſein Sohn Ageſilaos, und unter des Ageſilaos Herrſchaft gab Lykurgos ſeine Geſetze; beide aber, Doryſſos und Ageſilaos, wurden kurz hinter einander vom Verhängniß ergriffen.— Näheres erfahren wir von Pauſanias nicht, und wenn wir der gewöhnlichen Berechnung der Regierungsjahre der ſpartaniſchen Könige folgen, ſo trat Ageſilaos ſeine Regierung 956 J. v. Ch. G. an und regierte 44(2) Jahre; des Lykurgos Geſetzgebung müßte demnach wenig⸗ ſtens um 936 J. v. Ch. G. und die Olympiſchen Spiele des Iphitos alſo ebenfalls etwa um dieſe Zeit erfolgt ſein.
Dieſem Allen widerſprechen die Nachrichten, welche Plutarchos in ſeiner Lebensbeſchreibung des Lykur⸗ ges(1. 2. und 3.) mittheilt. Er ſagt, daß alles den Lykurgos Betreffende dem Zweifel unterworfen ſei; ſeine Abſtammung, ſeine Reiſen und ſein Ende, ſowie ſein Wirken als Geſetzgeber und Staatsmann, werde ver⸗ ſchieden berichtet und am wenigſten herrſche Einigkeit in Beſtimmung der Zeit, worin er lebte. Nach Einigen blühte er zur Zeit des Iphitos, mit welchem er die allgemeine Waffenruhe angeordnet habe, die während der Olympiſchen Spiele beobachtet werde*), und nach dem Philoſophen Ariſtoteles ſei daher auch noch des
³) Vergl. Athenäos Deipnosoph. 14, 635: 8(Arrorg νοςσς) urd duoν ruναοσ igrogetra uerd roð Ipiror ros
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