Aufsatz 
Die Olympischen Spiele : ihre Gründung, Einführung und Zeitrechnung / Georg Graff
Entstehung
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Orylos war nämlich, wie vorzüglich Pauſanias berichtet(V. 1, 2. und 3, 5. und 4, 1. vergl. Apol⸗ lod. VIII. 2, 3, 4. und Strabon VIII. 357 ꝛc.), ein Nachkomme von Aetolos, einem Sohne Endymions, der von Aöthlios ſtammte, dem erſten Könige in Elis, wie Pauſanias ſagt. Aetolos, der nach ſeinem Bruder Epeios in Elis herrſchte, mußte wegen eines unfreiwilligen Mordes flüchten und kam nach Aetolien, wo er ſich eine Herrſchaft gründete. Eben ſo mußte ſein Nachkomme Oxylos wegen eines Mordes, den er unfreiwillig beim Diskoswerfen begangen, aus Aetolien flüchten und kam in den Peloponnes, nach Elis. Als er darauf von da zurück kehrte, ſtieß er mit ſeinem einäugigen Mauleſel, oder Pferde, wie Apollodoros ſagt, auf die Herakliden, die ſich eben nach wiederholt vergeblichen Verſuchen mit den Doriern rüſteten, in den Peloponnes ein zu dringen, um zunächſt ihre Tirynthiſche Herrſchaft, die ihnen von Sthenelos und ſeinem Sohne Euryſtheus, den Herrſchern von Mykenä, entriſſen worden und jetzt in den Händen der Pelopiden war, wieder zu erobern. Oxylos ſtand, wie Strabon ſagt, in beſonderer Freundſchaft mit den Herakliden, und er war, wie Pauſanias angibt, mit ihnen verwandt; er war der Sohn Hämon's, eines Sohnes von Thoas, und die Mutter des Thoas und die des Hyllos, des Sohnes von Herakles, waren Geſchwiſter. Und da die Herakliden von dem Orakel die Weiſung erhalten, ſich bei ihrer Rückkehr in den Peloponnes einen dreiäugigen Führer(199[ on) zu nehmen, ſo glaubten ſie, daß das Orakel auf den ihnen begegnenden Orylos mit ſeinem einäugigen Mauleſel ziele, und machten ihn zu ihrem Führer, indem ſie ihm, nach ſeinem Wunſche, das Land Eleia zu überlaſſen verſprachen. So geſchah es nun, daß er ſie von Naupaktos aus mit ihren hier geſammelten Schiffen über den korinthiſchen Buſen in den Peloponnes herüber führte, worauf ſie ſich aller Länder deſſelben bemächtigten, bis auf Arkadia und Aigialeia, und dem Orylos, wie ſie verſprochen, Eleia überließen. Nach einem Vertrage, den er mit Eleios(Dios?), dem damaligen Herrſcher von Eleia(Strabon nennt den König nicht, ſondern ſpricht von den damals Elis innehabenden Epeiern), geſchloſſen, gelingt es ihm mit ſeinen Aetolern das Land und die Herr⸗ ſchaft ein zu nehmen. Auch Herodot(VIII. 73.) nennt Elis eine Stadt der Aetoler. Und Strabon ſagt (VIII. 354 und 55.), Oxylos habe nun mit den Aetolern die Olympiſchen Feſtſpiele eingeſetzt und zuerſt gefeiert 8), und er fügt hinzu: denn man muß das Alte weglaſſen, was über den Urheber des Tempels und die Einführung der Spiele erzählt wird, indem Einige den Herakles, einen von den Idäiſchen Daktylen, und Andere den Herakles, den Sohn des Zeus und der Alkmene(den thebäiſchen) zum Gründer derſelben machen; wäh⸗ rend Pauſanias(V. 8, 2.), nachdem er die oben angeführten Könige von Elis genannt, die nach dem Idäiſchen Herakles die Olympiſchen Spiele gefeiert, beſtimmt ſagt: auch Oxylos ſtellte die Kämpfe an(dεαννσκνκ*ν⁴ᷣο ν aοννα νœά Osuνοε); aber nach ihm unterblieben ſie bis auf Iphitos, ſo daß Orylos unmöglich, wie auch aus dem Obigen hervorgeht, der erſte Gründer, wohl aber der Erneuer derſelben geweſen ſein konnte.

Wenn wir nun zugeben, geſtützt auf die Berechnungen des Eratoſthenes, des Apollodoros, des Thukydides u. A. m., daß die Rückkehr der Herakliden in den Peloponnes 80 Jahre nach Troja's Zerſtörung erfolgte, und wenn wir den Fall Troja's, wie gewöhnlich, 1184 Jahre v. Ch. G. annehmen dürfen, ſo können wir wohl die Erneuerung der Olympiſchen Spiele durch Oxylos auf das Jahr 1104 v. Ch. G. feſtſetzen(1184 80= 1104.).

Nach der Regierung des Orylos wurden aber die Feſtſpiele wegen der durch die eingedrungenen Herakliden und Dorier entſtandenen innerlichen Kriege der peloponneſiſchen Städte abermals unterbrochen.

*. 1 1 6,. 8) Kal d u αἀναν eu'νομμἀ⁴ εστεν reεναν oνυιαmiuds, zal rds Oauεαriddèas ras zᷣντας ιεεν ꝗuvεrεxον.