Aufsatz 
Die stillen Freunde unserer Schüler. Eine gemeinsame Sorge für Schule und Haus
Entstehung
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In diese zweite Gruppe von Abenteuergeschichten und gemeinen Kolportageromanen vertieft sich also ein Teil unserer Jugend, und da wundert sich mancher noch über arge Verfehlungen in jungen Jahren!

III. Die Indianergeschichten,

welche ich bei den Jungens fand:

a) 40 BändeBuffalo Bill. Verlag von A. Eichler, Dresden, Rosenstraße 107,(wo auch die Nick-Carter- und Claude-Duval-Hefte verlegt werden). Das Heft kostet 20 Pfg.

b) 1 Bd.Der Krieg mit dem Titel: Der Aufstand der Sioux- Indianer. Dresdener Roman-Verlag, Dresden, Maxstr. 5(desgl. Ver- leger von den Nat Pinkerton, Ethel King-Heften, sowie der Kol- portage-Romane 4 und 5(s. S. 9).

c) 24 BändeTexas Jack, der berühmteste Indianerkämpfer. Verlagshaus für Volksliteratur und Kunst, Berlin 80 26, Naunyn- straße 38(wo auch die Sherlock Holmes-Hefte erscheinen und der Kolportage-Roman No. 11, vgl. S. 10). Preis des Heftes: 10 Pfg.

d) 1 Bd.Sitting Bull, der letzte Häuptling der Sioux-Indianer, Verlag wie bei c). à 10 Pfg.

e) 3 BändeBerühmte Indianer-Häuptlinge. Verlag wie bei c) und d); Preis des Heftes: 10 Pfg.

f) 2 BändeKapitän Stürmers Fahrten und Abenteuer zu Wasser und zu Lande. Druck und Verlag von H. G. Münchmeyer, Dresden-Niedersedlitz(wo dieHurrah-Hefte gedruckt werden). Bd. 40: Kapitän Stürmer und Buffalo Bill. Preis jeder Nummer: 20 Pfg.

g) 1 Bd.Erzählungen für die Jugend. Verlag von M. Fischer, Dresden. Das Heft kostet 25 Pfg. Bd. 535(!): Der blitzende Stern. Erzählung aus Transvaal.

Diese Indianergeschichten sind eine Anhäufung unglaublichster Abenteuer und Phantastereien, sie schwelgen in Mord und Leichen und vergessen auch oft genug die pikante Sauce nicht.

Die vorstehend genannten 172 Hefte niedrigster Sorte ent- stammen, wie oben bereits erwähnt wurde, einer Klasse von 40 Schülern im Alter von 10 bis 12 Jahren. Ihren Inhalt haben wir ja kurz gekennzeichnet, er ist jammervoll; die Sprache und der Ausdruck nicht minder. Die grellbemalten Einbanddecken zeigen die blutigsten und pikantesten Szenen in schlechtester, schreiend- ster Ausführung. Das Schlußblatt endlich wird entweder zur Reklame der Schundschriften benutzt oder gar zur Veröffentlichung von Anzeigen schlimmster und schmutzigster Art!

Diese 172 Schundhefte, in kürzester Frist mir freiwillig über- bracht, sind zudem nicht alle in den Familien der Schüler befind- lichen derartigen Machwerke. Auf meine Aufforderung an bestimmte Schüler, mir solche Hefte mitzubringen, bekam ich einmal die Ant- wort:Der Vater hat sie verbrannt wegen des schmutzigen Titel- bildes, ein ander Mal:Die Hefte gehören meinem Vater oder: Ich hatte mir die Hefte geliehen. Festgestellt habe ich, daß noch über 200 solcher Hefte im Besitze der Schüler bezw. ihrer Familien waren. Welch trauriger Ausblick eröffnet sich da für die geistige Nahrung unserer Schüler!