Aufsatz 
Geschichte der Realschule während der ersten zwei Jahre ihres Bestehens / [H. Gräfe]
Entstehung
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ferien ſo weit wieder hergeſtellt war, daß er ohne Nachtheil derſelben ſeinen Unterricht zu Anfange des Auguſt 1843 wieder aufnehmen zu können ſchien, ſo war doch die eingetretene Beſſerung nur von kurzer Dauer, und er ſahe ſich noch in dem genannten Monate genöthigt, um Entbindung von dem erhaltenen Auftrage nachzu⸗ ſuchen, die ihm denn auch wurde. Seine Hoffnung, durch Muße und Ruhe die geſchwächte Geſundheit dauernd zu kräftigen, und unſere Hoffnung, ſpäter in ihm einen kenntnißreichen und tüchtigen Mitarbeiter wieder zu erhalten, ging leider nicht in Erfüllung. Er wurde durch den im Herbſte des Jahres 1844 erfolgten Tod dieſer Erde zu früh entriſſen. An Wilcke's Stelle trat als beauftragter Lehrer der Kandidat der Theologie und Vorſteher einer Privatſchule J. A. Röſe. Da im Organiſationsplane der Realſchule die Einrichtung eines beſondern Unterrichts für die der katholiſchen Kirche angehörigen Schüler, ſo wie für die Schüler iſraelitiſcher Religion vorgeſehen war, ſo wurden im Juni 1843 die Lehrer bei der hier beſtehenden Bildungsanſtalt für iſraelitiſche Lehrer und bei der iſraelitiſchen Schule, Leſſong und Dr. Leviſeur mit Ertheilung des iſraeli⸗ tiſchen Religionsunterrichts, und im Herbſte deſſelben Jahres der Lehrer bei der hieſigen katholiſchen Schule, Ph. Schad, mit Beſorgung des katholiſchen Religionsunterrichts beauftragt. Mit Ende des Monates No⸗ vember 1843 gab der Hülfslehrer für Freihandzeichnen, Fr. Appel, ſeine Stellung bei der Realſchule auf. Für denſelben trat in der Mitte des Januar 1844 der Maler C. Rohde ein. Zu Weihnachten 1843 nahm auch der Hülfslehrer für den Unterricht in der franzöſiſchen Sprache, G. Diſſel, ſeine Entlaſſung. Derſelbe wurde durch den bei der Realſchule bereits als iſraelitiſcher Religionslehrer fungirenden Dr. S. Leviſeur er⸗ ſetzt, nachdem derſelbe von der Lehrſtelle bei der iſraelitiſchen Schule und Lehrerbildungsanſtalt entbunden worden war. Im März 1844 wurde ihm auch, nach dem Abgange des iſraelitiſchen Lehrers Leſſong, der geſammte iſraelitiſche Religionsunterricht bei der Anſtalt übertragen. In Folge der zu Oſtern 1844 eintretenden Ver⸗ mehrung der Klaſſen wurden der Bürgerſchullehrer Joh. Zinn und der Lehrer bei der Halberſtädt'ſchen Armen⸗ ſchule, W. Walper, mit Verſehung von Lehrerſtellen bei der Realſchule beauftragt.

Mit dem Anfange des zweiten Schuljahres, zu Oſtern 1844, traten einige Veränderungen in der Ver⸗ theilung der Lehrkräfte ein. Die bemerkenswertheſten darunter ſind folgende:

Die Führung der Klaſſe III. als Hauptlehrer übernahm der ordentliche Lehrer J. A. M. Janſon, die von IVa. der beauftragte Lehrer Kand. E. Klinkerfues, die von IV b. der beauftragte Lehrer und außer⸗ ordentliche Pfarrer L. Saul, die von V h. der ordentliche Lehrer H. E. Bezzenberger. Dieſe Verände⸗ rungen hatten lediglich den Zweck, die Nachtheile einigermaßen zu mildern, welche der nur einjährige Auüfenthalt der Schüler in jeder Klaſſe und der mit jedem Schuljahre daraus hervorgehende Wechſel der Hauptlehrer in erziehlicher Hinſicht haben konnte. Außerdem erhielt Klaſſe Va. den ordentlichen Lehrer. Ed. Römer, Klaſſe VII. b. den Lehrer Joh. Zinn, Klaſſe IX. den beauftragten Lehrer W. Walper zum Hauptlehrer.

Im Mai 1844 wurden zuerſt gymnaſtiſche Uebungen für die Schüler der Realſchule angeordnet. Durch geneigte Fürſorge des Stadtrathes wurde ein zum ſtädtiſchen Eigenthume gehöriger, unmittelbar vor dem hol ländiſchen Thore gelegener Platz hierzu eingerichtet und mit den erforderlichen Gerüſten und Utenſilien verſehen. Die Leitung der Uebungen der Schüler aus den obern Klaſſen, ſo wie die Aufſicht über den gymnaſtiſchen Un⸗ terricht überhaupt und den Uebungsplatz übernahm der ordentliche Lehrer Dr. Schwaab, während der ordent⸗ liche Lehrer C. Wagner die Uebung der jüngern Schüler leitete. Mehr als 400 Schüler nahmen an den Uebungen Theil. Das Lehrercollegium, ſo wie die beiden Lehrer der Gymnaſtik im Beſondern trugen dafür Sorge, daß die gymnaſtiſchen Uebungen, mit Abweiſung fremdartiger, nur in einſeitiger Auffaſſung wurzelnder Zwecke, auf das einfache Maaß zurückgeführt wurden, welches ſie nirgends überſchreiten ſollten.

Von den zahlreichen eingegangenen Beſchlüſſen Kurfürſtlicher Stadtſchulcommiſſion, welche ſeit Eröffnung der Realſchule die Ordnung der Verhältniſſe und die Förderung der gedeihlichen Entwickelung dieſer zum Ge⸗ genſtande hatten, ſind hier beſonders 2, auf anderem Wege ſchon zur Kenntniß der Betreffenden gelangten, wieder in Erinnerung zu bringen. Der eine vom 25. September 1844 bezieht ſich nämlich auf eine mit Geneh⸗ migung Kurfürſtlicher Regierung getroffene anderweite Anordnung in Betreff des Schulgeldes bei der Realſchule,