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und Beſtrebungen gegenſeitig zu prüfen und unſere Pflichten, wie die angemeſſenſte Art ihrer Ausübung, für alle Schulverhältniſſe uns möglichſt klar zu machen. Daß wir dabei im Einzelnen irren könnten, daß unſer Werk nicht für Jahrzehnte unverändert werde beſtehen können, daß wir die Nothwendigkeit einer weitern Ent⸗ wickelung der Schulorganiſation von vornherein anerkennen müßten: darüber beſtand unter uns nicht der ge⸗ ringſte Zweifel. Ohne Entwickelung und Fortſchritt kein Leben; Stillſtand iſt nur im Lebloſen. Aber wir ſuchten einen ſichern Boden, auf welchem wir fortſchreiten konnten. Und einen ſolchen haben wir durch unſere Arbeiten auch gewonnen. Schon jetzt hat uns Erfahrung und weiteres Nachdenken belehrt, daß manche einzelne der von uns vor 2 Jahren getroffenen Beſtimmungen minder zweckmäßig ſind, als wir damals annehmen zu müſſen glaubten, daß wir noch manche Lücke gelaſſen oder manche Linie zu ſcharf gezogen haben. Alles irgend Weſentliche aber hat ſich bisher bewährt, und bildet noch heute die Grundlage unſres Wirkens. Was ſich aber als mangelhaft bis jetzt herausſtellte, ſind wir mit ſorgfältiger Berückſichtigung aller Verhältniſſe zu verbeſſern und zu ergänzen bemüht geweſen. Wenn wir hierbei frühere Anſichten, z. B. über die Zweckmäßigkeit von Lehrbüchern, oder die Angemeſſenheit eines Lehrganges, geändert haben, ſo wird uns dies ſchwerlich zu gerechtem Vorwurfe gereichen können.
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Chronik der Realſchule während ihres zweijährigen Deſtehens.
So reich auch eine Schule an Ereigniſſen iſt, die ſich auf ihr inneres Leben beziehen, ſo arm iſt ſie an ſolchen, welche die Theilnahme der außer ihrem Kreiſe ſtehenden Menſchen zu erregen im Stande ſind. Die kleinen Begebenheiten und Veränderungen, welche die Mannichfaltigkeit der innern Schulverhältniſſe faſt täglich herbeiführt, ſind zwar für die mit der Anſtalt in engerer Verbindung Stehenden nicht ohne Intereſſe und gei⸗ ſtigen Stoff, aber außerhalb der Schulräume fließen ſie in eine einförmige und monotone Maſſe von unbedeu⸗ tenden Kleinigkeiten zuſammen, deren regelmäßige Wiederkehr ohne Theilnahme läßt. Und jede Schule iſt glücklich zu preiſen, welche an Ereigniſſen arm bleibt, die die Aufmerkſamkeit des großen Publicums auf ſich zu ziehen geeignet ſein könnten.
Aus dem angeführten Grnnde iſt es aber eine undankbare Arbeit, die Jahreschronik einer Schule zu ſchreiben. Denn was berichtet werden kann, hat höchſtens Intereſſe für die Schulbehörde und die Lehrer, für die Schüler und deren Eltern, und alle dieſe haben bereits auf andern Wegen und zu anderer Zeit von dem zu Berichtenden Kunde erhalten oder Kenntniß genommen. Dennoch darf das Jahres⸗Programm in dieſer Beziehung keine Lücke offen laſſen, ſondern muß, zwar nicht das Kleine und Unbedeutende, doch das berichten, was in irgend einer Beziehung auf,die Geſtaltung des Schullebens vorübergehenden oder dauernden Einfluß gehabt, oder als Product deſſelben ſich herausgeſtellt hat. Iſt es auch der großen Mehrzahl Derer, welche dem Inhalte eines Schulprogramm's einen Blick zuwenden, bereits bekannt, ſo kann es doch dazu dienen, in einem engen Rahmen die hervorragendſten Momente des Schullebens zu überſchauen, vielleicht auch hier und da eine freundliche oder theilnehmende Erinnerung zu wecken.
Von Schulfeierlichkeiten, welche zu veranſtalten die Realſchule Gelegenheit hatte, iſt zuerſt und vor Allen diejenige zu erwähnen, zu welcher uns der dem Heſſenlande jedes Jahr in erneueter Freude wiederkehrende zwanzigſte Auguſt ſo ſchöne Veranlaſſung gab. Wie der Geburtstag des Fürſten jedem Lande ein Freudentag iſt, ſo war und iſt der Sr. Königl. Hoheit des Kurprinzen und Mitregenten auch für unſere Anſtalt ein Feſt der Dankesfreude. Im Jahr 1843 konnte daſſelbe wegen der Ungunſt räumlicher Verhältniſſe nur im engen Kreiſe der Lehrer und einer kleinen Anzahl von Schülern der obern Klaſſen begangen werden; aber im fol⸗ genden, nun verfloſſenen, Jahre war es uns vergönnt, theilnehmende und wohlwollende Gönner und Freunde


