Aufsatz 
Die Schweden in Frankfurt am Main : 3. Bis zu Gustavs Adolfs Anwesenheit in dieser Stadt, 20. Januar 1632
Entstehung
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zum besten zu erhalten, selbsten zum höchsten bedurftig und sich nit ganz und gar entblôsen soll oder mag So würdt dieses begeren wol füglich können abgeschlagen, auch verhoffentlich so steif nit beharrt werden, weil der Königl. Secretarius dieses gestrigen tages nit repetiret, auch die Statt Nürnberg ihrer Be- lägerung erledigt und von dannen aufs Ihr. kgl. Maj. nechstem andeuten nach eine starcke summe geldts zu überkommen sein würdt.¹)

Der andere Punkt sei der, und der Königl. Secretär habe auch gestern wieder denselben rekapitulirt, dals man für den König Soldaten werben und dieselben ihm zuschicken solle. Damit sei ihm mehr gedient, als mit Geld. UÜbrigens könne man ja, so habe Schwalenberger gemeint, leicht mit 1000 Thlr. 1000 Mann werben. Darauf sei zu erwidern, 1) dals diese Stadt mit ihrer eigenen Soldatesca viel zu thun habe, auch bestrebt sei, dieselbe täglichzu completiren und zu verstärken, dals 2) viele Oberste täglich in und um diese Stadt alles, was sie nur bekommen könnten, dem Könige anzuwerben sich bestrebten, dafs aber 3) die Soldaten lieber im Felde, als in den Städten dienten und oft massenhaft, wie eben wieder geschehen, ihren Abschied verlangten:so kann ich nit sehen, ob man schon wolte, wie bei diesem begeren fortzukommen; jedoch so könnte etwa das erpieten beschehen, dafs was bekommen werden könnte, oder auch über seine Anzahl E. E. Raht bekeme, und ein orth, wo solches hinzu- schicken angezeiget würde, das seinige hierbey zu thun nit zuwenden lassen, wie denn etwan auch diese vertröstung zu thun, wenn es dieser orthen sicherer sein würde und Ihrer Kgl. Maj. guarnison solte abgefordert werden, derselben alles, so man entrathen könnte, zuzustoſsen und aufsfolgen zu lassen.

Endlich habe der König zu wissen begehret,ob man sich mitt den benachbarten Crailsständen conjungiren und in eine verbindliche verfassung einlassen wolte? Darauf sei zu erwidern: 1) dals dies weder der Reichs- noch auch der Kreisverfassungungemäſs sei, es sei auch bereits in dem Leipziger Abschied erwogen worden, wie weit man dabei bleiben solle, ²) 2) die Kreis-Verfassung sei damals als Sehr nützlich und nôtig erachtet, auch entlich für guht angesehen worden, dals diejenigen Stände, so sich etwan separiren wolten, mit gewalt darzu gebracht werden solten. 3) Wie denn dahero in etlichen Craifsen solche Verfassungen zu werck gerichtet, auch wie bewuſst, dieses Rheinischen Craises wegen alhier eine Zusammenkunft ³) gehalten, die Verfassung aber, aufs erheblichen uhrsachen bifs anhero ver- schoben worden. 4) Und weil bei solchen Craiſsverfassungen das Reichsmatricul und andere hergebrachte Jura Imperi am besten in acht genommen und denen Ständen gleichheit gehalten, alles uf die possi-

¹) Vgl. Schweden II, 27. Wahrscheinlich hatte man sichere Kunde über Nürnberg durch den Gesandten, Krefs, welchen Nürnberg am 1. December an Gustav Adolf abgeschickt hatte, erhalten. Kreſls war am 2. Dec. bei dem Feldmarschall Horn in Würzburg angekommen, der ihm wiederholt versicherte, der König sei der Stadt sehr zugethan und habe ihmzwei Handbrieflein geschickt mit dem Befehle, alle seine Truppen dahin gehen zu lassen, um der Stadt Hilfe zu bringen. Am 3. Dec. reiste Krels über Frankfurt an den Rhein, um bei Gustav Adolf die Sache seiner Vaterstadt zu führen. Da die Audienz erst am 9. Dec. stattfand, so ist es wahrscheinlich, daſs sich der Gesandte hier in Frankfurt mindestens einen Tag aufgehalten hat.

Es sei übrigens hier nochmals erwähnt, daſs Tilly am 21. November vor Nürnberg angekommen war, aber bereits nach 3 Tagen, da er sich nicht an eine reguläre Belagerung der Stadt wagte, wenigstens aus der nächsten Umgebung abzog. Er teilte sein Heer, das etwa 14000 Mann betrug, lieſs den einen Teil auf Lauf nach der Oberpfalz und Böhmen, den andren, den er selbst führte, zurück auf Gunzenhausen und Donauwörth, also in seines Kurfürsten Länder, gehen. Der Abzug geschah mit solcher Eile, dals man vielen Proviant und etliche Bagagewagen im Stiche lassen mulste. Vgl. Droysen II, 455 f. Uber den jammervollen Zustand seines Heeres vgl. ebdas. 455 Anm. 4. Damit hörte übrigens die Bedrückung Nürnbergs noch lange nicht auf, wie schon aus der abermaligen Sendung eines Boten an Gustav Adolf hervorgeht. Vgl. Soden I, 143 ff.

²) Vgl. darüber Droysen II, 292 f, Gindely II, 201 f.

³) Die Abgeordneten des Rhein. Kreises langten hier an am 2., 3. und 4. Mai.Darauf ist den 12. Mai per postam mandatum Imperat. contra Evangelicos Protestantes et Conventus Lips. conclusum senatui hic insinuirt und den 17. dito durch Anschlagung am Römer publicirt worden. Am 8. Juli fand abermals eine Zusammenkunft der Rhein. Kreis-Stände hier statt;Weilen aber viel Ständ aufsen geblieben, ist dieser Tag ohnverrichteter Sachen abgangen. vgl. Lersner II. 16. Uber das Verhalten des Kaisers dem Convent zu Leipzig gegenüber vgl. Droysen II, I. c., Gindely II, I. c. UÜber das Spottgedicht auf diesen Convent Vvgl. Droysen II, 294.

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