Die Schweden in Frankfurt am Main.
III. Bis zu Gustav Adolfs Anwesenheit in dieser Stadt, 20. Januar 1632. Von
Dr. Christian Gotthold.
Der folgende Abschnitt bringt Verhandlungen der Stadt mit Gustav Adolf wegen Einziehung der „Feindesgüter’“. Das Endergebnis derselben liegt noch zu ferne, als daſs es dieses Mal bereits in den Rahmen dieser kurzen Abhandlung hätte gezogen werden können. Wie in den beiden vorhergehenden Abschnitten, reden auch bei diesen Verhandlungen die Quellen ausführlicher, als es sonst gebräuchlich ist, denn es gilt ja zu zeigen, daſs es ganze und echte Männer waren, die an der Spitze des kleinen Gemeinwesens standen, Männer, denen die Liebe zur Vaterstadt zwar manchen engherzigen Plan und Rat, nach weiteren, grösseren Gesichtspunkten gemessen, eingab, die aber dennoch etwas Ehrwürdiges und Hochachtbares haben.
Auch diese Arbeit soll nur einen kleinen Beitrag zur vaterstädtischen Geschichte bieten, darum haben wir es uns versagen müssen, auf die hochinteressanten Verhandlungen Gustav Adolfs mit Wallen- stein, mit der Liga, mit Frankreich einzugehen, die vielfach in die Zeit fallen, von welcher die folgenden Blätter reden. Wer sich darüber unterrichten will, wird das Material leicht zusammenfinden. Doch sei hier auf Irmer,„Die Verhandlungen Schwedens und seiner Verbündeten mit Wallenstein und dem Kaiser“, ausdrücklich hingewiesen, da die Wallensteinfrage dadurch wesentlich gefördert ist. Das Buch hat zwar keine direkte Verwendung in der Abhandlung selbst finden können, aber Verf. verdankt ihm trotzdem vielfache, nutzbringende Anregung. Vielen Dank schuldet er auch dem Stadtarchivar, Herrn Dr. R. Jung, er war unermüdlich im Auffinden und Herbeischaffen von Material.
Möge denn auch die folgende Arbeit sich die alten Freunde bewahren, neue erwerben, vor allem denen, für deren Hand sie zunächst bestimmt ist, die Liebe zur Vaterstadt erhalten, denn ohne diese Liebe ist keine Liebe zum Staat, zum Vaterlande denkbar!


