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ein für allemal, ihn für die Folgen, welche ein Zögern nach sich ziehen würde, nicht verantwortlich zu machen. Damit schloſs die Unterredung, Heuchlin brachte den Verlauf derselben noch am selben Tag zu Papier, und so lag sie denn am folgenden Tag, den 10 ‧en Nov., bereits der Ratssitzung zu Grunde. Auch in dieser Sitzung wurde beschlossen, keine„cathegorische“ Antwort, sondern eine schriftliche„resolution“ zu geben und zwar dergestalt,„daſs man in der Kays. May. unseres allergnädigsten Herrn schuldiger devotion verbleibe“, aber doch auch der Stadt Bestes nicht vernachläſsige.
Ehe aber dieser Beschlufs ausgeführt und dem Obristen eine dahingehende Mitteilung gemacht werden konnte, kam die ganze Angelegenheit in ein neues Stadium dadurch, dafs plötzlich ein Abgesandter des Königs von Schweden selbst in der Stadt erschien. Es war dies Philipp Reinhard Graf zu Solms, „unser geheimbter Rahts-praesident und Obrister“, der am 5ten November von Würzburg aufgebrochen war und am 9ten abends spât in Frankfurt ankam. Er liels am 10ten November, als der Rat eben zur Sitzung versammelt war, in welcher über des Obersten Verlangen gesprochen und der oben angeführte Beschlufs gefaſst wurde, sein Creditiv überreichen, welches, datiert von Würzburg den 5ten November 1631, die eigenhändige Unterschrift Gustav Adolf's tràgt und ungefähr folgendermalsen lautet ¹):„Gustav Adolph von Gottes Gnaden der Schweden, Gothen und Wenden König etc. etc. Unsere gnadt undt wollgeneigten willen zuvor, Edle, Ehrenverte, Fürsichtige, besonders liebe, In was zustandt die allgemeine Sache der Evangelischen Ständt in Teutschland gegenwärtig sich befindet, solches ist euch Zweifelsohen mehr denn bekandt. Weill denn euwer Stadt, als ein vornehmes gliedt derselben hierunter auch mit- begriffen, Alfs haben wir in anmerckung der Gefahr, so euch von Unſsern undt allgemeinen Evangelischen teinden angedrohet wirdt, Unsere geneigte affection—— Euch gnedigst zu erkennen geben wollen, Zu welchem ende wir den Wohlgeborenen etc. etc. Grafen zu Solms, Herrn zu Munzenberg, Wildenfels und Sonnenwalde, an euch abgeschickt, gnädigst gesinnendt Ihr dennselben hören, Ihm in seiner anbrin- gung völligen glauben beymessen und Euch fürters darauf also vernehmen lassen wollt, wie es der Sachenn angelegenheit erfordert, Und Unſser vertrauwen zu euch gerichtet, wolten euch solches nit bergen, Undt verbleiben euch mit Königl. gnaden woll gewogen.“
Sofort wurden einige Mitglieder des Rats zu Solms, der im„Krachbein“ ²) abgestiegen war, abgesandt ³), um ihn zu begrüſsen, ihm die gewoöhnliche»„Weinverehrung“ zu bieten und darauf zu horen, was er vorzubringen habe. Der Bericht,¹) wahrscheinlich von der Hand des Ratsschreibers Dr. Rasor verfaſst, gibt uns eine sehr ausführliche Schilderung über diese ganze Verhandlung.
Nachdem Graf Solms aufgezählt, was der Schwedenkönig bis jetzt alles zum Besten des bedrängten„evangelischen Wesens“ gethan, wie er geholfen, aber auch, wie er„seine und des Evange- liums Feinde ausgetrieben“, wie er ferner„mit Kurfürstl. Durchlaucht in Sachsen 5) sich verbündet“, den Feind vor Leipzig geschlagen, dann sofort den Fuſs„in selbiger der Evangelischen Feinde Land und in 7des Bischofs von Würzburg Residenz gesetzt, auch es soweit durch Gottes Verleihung gebracht, daſs Bamberg ⁶) und Fulda selbst sich dem königl. Schutz untergeben——— dals Nürnberg sich in ver-
¹) I, 16..
²) Krachbein, später zwischen 1743 und 1745„König von England“ genannt, lag Fahrgasse Lit. A, Nr. 123. Es war ein berühmtes Gasthaus. Vgl. Battonn II, 29. Es führte seinen Namen von dem Wirtshausschild, auf dem 2 Engel gemalt waren,„welche ein Bein an seinen beiden Enden hielten, das in der Mitte gebrochen und gleichsam geteilt war.“ ib. p. 30.
³) Steffan von Cronstetten, Dr. Treudel und Dr. Rasor, der Ratsschreiber. Dr. Treudel ist nach Lersner I, 285, 1629 in den Rat gekommen, 1635 Schöffe, 1638 älterer Bürgerm. geworden, † 1648. Dr. Rasor war Rats- schreiber und Syndicus, nach Lersner, † 1636.
¹) I, 17 d. d. 10. Nov. 1631..
³) 1. oder 2. September 1631. Ueber die Verhandlungen mit Kursachsen vgl. Droysen II, 215 ff., 296 ff., 375 ff.
⁴) Mit Bamberg war zunächst kein derartiges Bündnis geschlossen worden, der Bischof suchte die Sache hinzuziehen. Vgl. Droysen 438.
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