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V. Zur Chronik der Anſtalt.
(Von Frühjahr 1889 bis Frühjahr 1890.)
1. Das Schuljahr 1889— 1890 wurde am 1. Mai, vormittags 9 Uhr, mit einer gemeinſamen Schulfeier begonnen; der Unterricht fing am 2. Mai an.
2. Unſerer Anſtalt brachte auch dieſes Jahr nicht wenige Perſonalveränderungen.
Mit Beginn des Sommerhalbjahrs 1889 wurde zunächſt Gymnaſiallehrer Dr. Georg Wind⸗ haus Direktor der Realſchule und des Progymnaſiums zu Friedberg.(Vgl. die Chronik im Progr. 1889.)— Durch Allerhöchſtes Dekret vom 17. April 1889 wurde Gymnaſiallehrer Dr. Theodor Walter zum Direktor der Realſchule zu Bingen mit Wirkung vom 1. Mai 1889 ernannt.
Die durch die Beförderung des Herrn Dr. Windhaus erledigte Stelle wurde durch Allerhöchſtes Dekret vom 27. April 1889 dem Lehrer an dem Realgymnaſium und der Realſchule zu Offenbach Dr. Richard Löbell mit Wirkung vom 1. Mai übertragen. An dieſem Tage wurde er in unſere Anſtalt eingeführt.— In die Stelle des Herrn Dr. Walter trat Herr Chriſtian Lenhardt ein, der bis dahin Lehrer an dem Gymnaſium und der Realſchule zu Worms geweſen. Er wurde zwar ſchon durch Allerhöchſtes Dekret vom 27. April 1889 für dieſe Stelle ernannt und am 1. Mai der Anſtalt als Lehrer vorgeſtellt, konnte aber zunächſt noch nicht nach Darmſtadt überſiedeln. Deshalb wurde der proviſoriſche Gymnaſiallehrer Chriſtian Göckel zu Mainz, der zum Nachfolger des Herrn Lenhardt am Gymnaſium zu Worms ernannt worden, durch Miniſterialverfügung vom 2. Mai 1889 angewieſen, unter Belaſſung in ſeinem Verhältnis als proviſoriſch angeſtellter Lehrer am Gymnaſium ꝛc. zu Worms, den Gymnaſiallehrer Lenhardt in unſerer Anſtalt zu vertreten. Nach Bendigung der Juli⸗ ferien(5. Auguſt 1889) trat Herr Lenhardt in den Dienſt unſerer Anſtalt ein; und Herr Göckel übernahm in Worms das ihm übertragene Amt.
Durch Miniſterialverfügung vom 23. März 1889 wurde der dem Kollegen Dr. Gerhard erteilte Urlaub bis auf weiteres verlängert, und zwar unter Belaſſung der ſeitherigen Stellvertretung durch Herrn Dr. Philipp Brückel. Jedoch erteilte Herr Dr. Gerhard im Sommerſemeſter 1889 wöchentlich 6 Stunden, im Winterhalbjahr 1889/90 in jeder Woche 8 Mathematikſtunden.
Für den Kollegen Lerch, der ſeit Ende Februar 1889 an Rheumatismus erkrankt war, und deſſen Stelle bis zum Ende des Winterhalbjahrs von den Kollegen verſehen worden, wurde uns durch Miniſterialverfügung vom 29. April 1889 der proviſoriſche Realgymnaſiallehrer Wilhelm Walger als Vikar zugewieſen. Derſelbe trat am 3. Mai bei uns ein und beendigte nach der Geneſung des Herrn Lerch ſein Vikariat am 6. Juli 1889. Herr Walger iſt jetzt proviſoriſcher Lehrer an der Real⸗ ſchule zu Alsfeld.
Auch das Winterhalbjahr 1889/90, das am 9. Oktober mit einer Schulfeier eröffnet wurde und am 10. desſelben Monats ſeinen Unterricht begann, brachte einige Veränderungen.
Die am 1. April 1888 erledigte Stelle des Herrn Profeſſor Dr. Schädel wurde, nachdem ſie im Sommer 1888 unbeſetzt geblieben, im Winterhalbjahr 1888/89 durch Herrn Dr. Otto Seip und Herrn Pfarraſſiſtenten Ludwig Appel dahier vikariert.(Vgl. die Chronik im Progr. 1889.) Da nun aber das Großherzogliche Oberkonſiſtorium den Herrn Pfarraſſiſtenten Appel zum Zweck der Er⸗ teilung von 8 evangeliſchen Religionsſtunden, die infolge der Verſetzung des Herrn Profeſſor Dr. Schädel


