Aufsatz 
Geschichte der Realschule zu Alsfeld während der ersten 25 Jahre ihres Bestehens 1861-1885
Entstehung
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zahlreichenFreunden, deren Hochachtung und Liebe ihn in seinen neuen Wirkungskreis begleiteten und bei denen sein Andenken immer lebendig bleiben wird.

Sein Nachfolger wurde der Unterzeichnete, der durch Verfügung Großherzoglicher Ober- studien-Direction vom 25. April bis auf weiteres mit der Verwaltung der Geschäfte betraut und durch Allerhöchsten Beschluß vom 23. Juli zum Director der Anstalt ernannt wurde.

Wie oben erwähnt, waren die uns zugewiesenen Näume schon seit einigen Jahren für die- stark angewachsene Schülerzahl zu enge geworden; die Frage, wie diesem Uebelstande abzuhelfen sei, ob durch Errichtirng eines neuen Schulhauses an einer anderen Stelle der Stadt oder durch einen Anbau, wurde nach kurzen Verhandlungen zwischen den zuständigen Behörden dahin ent- schieden, daß man sich entschloß, das alte Haus beizubehalten und in demselben Hof noch einen Neuban zu errichten, der 4 Lehrzimmer, einen Fest- und einen Turnsaal enthalten solle. Jm Sommer 1872 wurde wurde damit begonnen und am 7. October 1873 konnten wir mit den vier Oberklasseii die neuen Lehrzimmer beziehen. Der Aufenthalt in den schönen hohen Räutnen ließ Lehrer und Schüler rasch die vielen Unbequemlichkeiten vergessen, die sie seither zu er- dulden hatten.

Jetzt konnte-auch die von der Vorschule abgetrennte obere Abtheilung derselben, die als siebente Klasse theils allein, theils mit der sechsten Klasse vereinigt unterrichtet worden war, wieder mit ihr vereinigt werden."-

Jn den Turuunterricht, der früher von der Witterung abhängig war und leider allzuhäusig nicht mit der gewünschten Regelmäszigkeit ertheilt werden konnte, kam jetzt nach Fertigstellrtng des Turnsaals ein neues Leben. Frisch und fröhlich, wie es in dem Wahlspruch der Turner heißt, drängten sich mit wenigen Ausnahmen die Schüler zu den Geräthen, und da die« plan- mäßigeri 2 Turnstunden ihrem Eifer nicht genügten, wurden ihnen noch besondere Uebungs- stundeti bewilligt. s

Das Jahr 1874 brachte eine Aenderung in der Zusammensetzung der obersten Schulbehörde. Durch Allerhöchste Verfügung vom 3. August wurde die Großherzogliche Oberstndien-Direction aufgehoben und an ihre Stelle trat mit dem J. September die Abtheilung für Schulangelegen- heiten im Ministerium des Jnnem, welcher die Directionen der höheren Lehranstalten direct untergeordnet find, und an welche sie nunmehr ihre Berichte zu erstatten haben.

Durch Verfügung dieser hohen Behörde vom 11. September 1874 haben die Besoldungs- verhältnisse der Lehrer an den höheren Lehranstalten eine gründliche Umgestaltung erfahren, wonach sämmtliche Lehrer unabhärtgig von dem Ort ihrer Verwendung gleichmäßig besoldet werden, indem sie in Klassen eingetheilt sind, innerhalb welcher das Vorrücken nach dem Dienst- alter und mit dem Freiwerderi von höheren Stellen erfolgt. Für die Realschulen II. Ordnung gelten folgende Sätze: Die Directore11 sind in 3 Klassen eingetheilt mit den Gehaltssätzen 4000, 4300 und 4600 Mark.

Die akademisch gebildeten Lehrer mit dem Durchschnittsgehalt 2900 Mark sind in 7 Klassen eingeordnet und ihre Gehalte gewegeu sich in den Grenzen von 200() bis 380fj Mark. Bei den seminaristisch gebildeten Lehrern, deren Durchschnittsgehalt 2100 Mark beträgt, bestehen- ebenfalls 7 Klassen mit Besoldungen von 1500 bis 2700 Mark. Von 1875 an betrug das Schulgeld für die Schüler derIll. Klasse 60 Mark jährlich, für die lV.-Vl. Klasse 48 Mark und für die Vorschüler 36 Mark.

Zu dieser Zeit ist auch das Verhältniß der Realschule zu Staat nnd Gemeinde ein anderes geworden; während nämlich früher der Staat nur einen verhältnißmäßig kleinen Beitrag leistete- und die Stadt alle Kosten, welche nicht durch diesen Beitrag und das Schulgeld gedeckt wurden- zu tragen hatte, ist es jetzt umgekehrt, der Staat, welcher die Gesammtkosten übernimmt, soweit sie nicht durch Schulgeld und einen ständigen Beitrag der Stadt aufgebracht werden. Diese- veränderte Stellung hatte die Aufhebung der Lokal-Commission und die Neuorduung des Rech- nungswesens an den Realschulen zur Folge. Danach besteht seit Beginn des Jahres 1876 für die Bedürfnisse der Realschule eine besondere Kasse, deren Einnahmen aus der Beiträgen des·Staats-