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in chludun liegen. Hier können wir nun passend an dem Punkt wieder anknüpfen, wo wir oben bei Erläuterung des Wortes staimbort abbrachen. Wir hatten gefunden, 1) dass in den Worten dô stéptun tô samane das Gegeneinanderansprengen beider Iumpfer zum Stoss mit der Lanze ausgedrückt werde; dass in den folgenden WVorten staimbort der Bedeutung nach wohl gleich stehe mit dem in den drei angezogenen Stellen des Nibelungenliedes erwähnten steinbesetzten Schildgespänge, und bei ganz gleichen Umständen hier wohl anch zu demselben Zweck erwähnt werde, wie in diesen Stellen, nämlich um die Stärke des auf den Schild treffenden Stosses dadurch zu bezeichmen, dass angeführt werde, wie durch seine Gewalt die eingelegten Edelsteine aus ihrer Fassung herausgesprengt und umher verstreut worden seien. Dieses Heraus- sprengen oder Losstossen der Edelsteine müsste demnach, wenn wir richtig annehmen der Ge- dankengang unserer Stelle sei: sie sprengten gegen einander an, sie stiessen den Steinbesatz des Schildes heraus, sie hieben zersplitternd die weissen Schilde«— durch das in der Form chludun steckende Verbum ausgedrückt werden. Was konnte dies nun für ein Verbum sein? kann die Form chludun gerade wie sie da geschrieben steht, davon hergeleidet werden? Nein, ein Verbum dieser Bedeutung von dem sie ohne alle Veränderung abstammen könnte, gibt es nicht; aber wohl gibt es Verba, deren Präteritum den vorhandenen Schriftzügen so nahe tritt, dass die Form chludun leicht durch einen Schreibfehler daraus entstanden sein könnte, zumal nach unserer obigen Bemerkung, der Schreiber habe eine schadhaft und an manchen Stellen unleserlich gewordene Handschrift vor sich gehabt, und daraus gerettet, was er konnte, und einigemal die muthmasslichen Schriftzüge nur nachgemalt. Dann könnte statt chludun ursprüng- lich chlubèétun gestanden haben, das b ganz abhanden gekommen(wie V. 22 das l v. laet), die Schriftzüge o und t leicht als d genommen worden sein, und es wäre möglich, dass davon die Handschrift noch eine Spur verräth, indem der Hacken des d, welcher aus o entstanden Wäre, etwas weiter, als sonst gewöhnlich, absteht(wie auch Lachmann bemerkt), vielleicht weil der Schreiber die Unsicherheit ausdrücken wollte. Das Verbum chlubôn wird ganz gut in den angenommenen Gedanken der Stelle passen, denn es heisst ablôsen abreissen, ab- oder ausbrechen, wegnehmen. So steht es in dem folgenden Zauberspruch Idist von dem Ablösen und Abnehmen der Retten sumâ chlubôtun umbi cunnio widi. Ronrad v. Fus-
sesbrunnen Rindh. Ies. Wackernagel Leseb. 542 Das hint stuont üf unde gebot— dem boume, das er neigte sich.— Er sprach muoter nüú stant üfunt brich— Des obeses swie vil dir gevalle. Joseph und die sinen alle— Die darunter sassent,— Die clubeten
(Var. brachent) unde assent. Heinr. Suso d. ew. Weiskeit Büchl. Wackernagel Lsb. 881 Alsd daz ez in zehenstunt hundert tüsent iaren alz vil ab dem stein geklubeti alz gross ein ganzes hirskörnli ist. Ein Badliedli des 13. Iabrh. Wackernagel Lsb. 978. dòô treit der herbst den trben, den uns die magt gebar, dorabe sond ir elúben alle fräide wunnenbar. IHiernach würde also staimbort chlubôtun heissen: sie brachen oder sprengten aus, trennten los den Steinbesatz des Schildes. Empfohlen wird dieser Versuch die Stelle herzu- stellen 1) dadurch dass er im metrischer Hinsich einen in jeder Beziehung tadellosen Vers lie- fert; 2) nicht nur zu dem muthmasslich wabrscheinlichsten Gedankengang der Stelle, sondern auch zu dem Ton unserer alten Dichtung gut passt; 5) auch den Schriftzügen der Handschrift nicht allzu fern liegt, wenigstens nicht ferner als die sonst mir bekannten annehmbarsten Muth- massungen. Doch wage ich ilmn nicht den Grad von Gewissheit zuzuerkennen, dass ich die
3 dem Sinne hergestellte Lesart in den Text aufnehmen möchte: denn selbst bei ganz gleicher uſfassung des Sinnes der Stelle bleiben andere Mäglichkeiten.
s Zu Vers 66. Die Hds. gibt wabnum, welches ich mit A. J. Vollmer fur einen blossen chreibfehler statt waͤpnum halte.
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