93.
100.
105.
— 21—
und den Lohn ertheilen wird Lebenden und Todten:
dann erhebet sich mit ihm der Heerschaaren grösste;
die ist allesammt so kühn, dass Niemand mit ihr kämpfen kann. Dann zieht er her zur Malstatt, zu der die Marken sind beraumt.
daselbst ergehet das Gericht, von dem man immer redete:
dann fahren Engel über die Marken,
wecken die Völker, weisen sie zur Malstatt. Dann wird jeder Sterbliche von dem Staube erstehn, entled'gen sich von Ilügels Last; wird wiedder seinen Leib einpfahn, damit von all seinem Recht er Rede gebe,
und ihm nach seinen Thaten ertheilt das Urtheil werde. Wann zu Gericht der sitzet, der da Recht sprechen, und den Lohn ertheilen wird Lebenden und Todten: dann steht herum im Umkreis der Engel Menge,
von guten Sterblichen eine so grosse Schaar!
da kommen zur Richtstätte hin so viele, die da erstehn! Dennoch vermag kein Menschenkind da etwas zu bemänteln: da wird die Hand denn sagen, das Hlaupt wird sprechen,
der Glieder jedwedes bis auf den kleinen Fiuger,
was unter diesen Meuschen für Mordthat er begangen.
Da ist denn kein so list'ger Mann der was erlügen möchte,
dass er verhehlen könnte der IHandlungen eine,
und es dem Rönig küme nicht alle zur Runde;
wofern mit Almosen er zuvor nicht alles gut gemacht, und vermittelst Fasten die Fehle abgebüsst hat. Dennsündenrrin ist, wer gebüsst, wann er zum Sühngerichte kommt. Es wird dann hergetragen das hehre, geweihfe Kreuz,
an welchem Christ, der Ieilige zur Kreuzigung erhöht ward: dann zeiget er die Malen, die in der Menschheit er empfing, die er um dieses Menschengeschlechts............


