Aufsatz 
Rodolphe Töpffer : sein Leben und seine Werke / von Georg Glöckner
Entstehung
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Bande, die ihn noch an die Welt fesselten, lösten sich eins nach dem andern. Es blieben ihm noch die treuen Freunde, die Gattin und die Kinder, die teuersten Güter von allen, die ihm beschieden gewesen waren. Ihre hingebende Liebe hatte sein Leben gesegnet, sein Leiden gemindert und blieb ihm bis an die Schwelle des Grabes getreu. Am 8. Juni 1846, abends nach 7 Uhr, starb Töpffer in den Armen der Gattin, im 48. Jahre seines Lebens.

Das Begräbnis fand am 12. Juni unter allgemeiner Teilnahme der Bevölkerung statt. Er ruht auf dem alten Friedhofe, der aus La Peur und Elisa et Widmer uns so gut bekannt ist. Sein Grab befindet sich einige Hundert Schritte vom Eingange entfernt auf der linken Seite, ziemlich nahe der Umfassungsmauer. Es ist ohne Denkstein, doch hat die Vaterstadt das Gedächtnis ihres treuen Sohnes geehrt, indem sie einer Straße des neuen Stadtteils, nicht weit von der Promenade Saint-Antoine, seinen Namen verlieh. Auf einem freien Platz in derselben steht inmitten grüner Gartenanlagen seit 1879 seine Bronzebüste, gestiftet von seinen Freunden, ein Werk seines talentvollen Sohnes Charles.

Wir widerstehen der Versuchung, noch einmal in kurzen Zügen das Bild dieses einfachen und doch so reichen Lebens zusammenzufassen. Wie im Vorübergehn, doch in Wahrheit mit der Sicherheit, welche nur gründliche Kenntnis verleiht, hat Marc-Monnier, während er Petit-Senns Leben beschreibt, mit wenigen Worten das Bild Töpffers gezeichnet:Un r&veur aimant les choses vagues, un artiste aimant les choses fines, et un sage aimant les choses folles; tres railleur et pourtant tres bon, avec de la bile et des nerfs; un Nodier moins nourri de Hoffmann que de Sterne, et ne craignant pas le joli dans la pens6e et dans lexpression. So gehaltvoll und wahr auch dies Wort des geistvollen Dichters und Forschers ist, so vermag es doch nicht uns das volle Verständnis. der so eigenartigen, reichen Persönlichkeit Töpffers zu erschließen. Sie wird uns immer klarer und immer lieber werden, je mehr wir sie aus seinen Werken selbst zu uns sprechen lassen.

© TH,> man nn

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