Aufsatz 
Über einige merkwürdige Punkte des Vierecks
Entstehung
Einzelbild herunterladen

32

III. Chronik der Realschule und des Progymnasiums.

Im Hinweis auf unser vorjähriges Programm(siehe Chronik der Realschule 1., 2. und 3. Absatz) wird auch in diesem Jahre den verehrl. Eltern die Mitteilung gemacht, dass die III. der Realschule von Ostern 1887 an eine Realprogymnasialklasse wird. Die lateinlosen Schüler, welche unfähig sind nach III. versetzt zu werden, sollen deshalb gemäss höherer Anordnung die Schule verlassen.

Eine Anzahl Eltern, deren Söhne zu dieser Kategorie gehören, haben durch eine Ein- gabe bei dem Kuratorium die Bitte ausgesprochen, dieselben reif oder nicht reif wenigstens bis zur Confirmation versetzen zu lassen. Dies ist aus mehreren Gründen ein Ding der Un- möglichkeit und gehört überdies auch nicht zur Competenz genannter Behörde. Darum war in der Sitzung vom 8. Februar d. J. Beschluss: bei dem Königl. Provinzial-Schulkollegium zu befürworten, dass jene Knaben des IV. unter Dispensation vom Lateinischen noch ein Jahr lang möchten unterrichtet werden dürfen.

Die Osterferien dauerten vom 18. April bis zum 1. Mai.

Am 30. April wurden 43 Novizen vom Direktor aufgenommen.

Montag den 3. Mai begann das Schuljahr vormittags mit Aufnahme-Prüfungen. Am Nachmittag fand die Eröffnungsfeier statt.

Am 25 Mai wurden 64 Schüler von Herrn Geh. Medizinalrat Dr. Deetz revacciniert.

Die Unterrichtsstunden des erkrankten Lehrers Dr Proescholdt mussten vom 3. Mai bis zum 3. Juli, dem Beginn der Sommerferien, vikariert werden.

Bei einem Thermometerstand von+ 70 R musste am 18. und 19. Juni die Central- heizung benutzt werden. Desgleichen am 29. Juni, während im Sommer 1885 am 15. und 25. Juni der Unterricht der Hitze wegen hatte ausgesetzt werden müssen. Ebenso mussten am 4., 5. und 6. August bei+ 8, 9 und 5 R die Zimmer geheizt werden.

Am 20. August unternahmen die Schüler der IV. mit ihrem Klassenlehrer eine Tour nach der Hohen Mark, Soden, Kronberg.

Am 23. und 30. August musste der Nachmittagsunterricht bei+ 220 R ausfallen.

Am 2. September nahmen die 5 obersten Klassen in Begleitung des Lehrer-Collegiums Anteil am Festgottesdienst. Am Nachmittag zogen sämtlliche Klassen unter Trommelschlag und mit Musik in den kleinen Tannenwald, wo durch Gesang, Deklamation einzelner Schüler, wie eine von Herrn Dr. Bauder gehaltene Festrede der Tag des Nationalfestes die ihm eigene patriotische Weihe erhielt.

Am 6. September unternahm Herr Dr. Spranck mit Schülern der obersten Klassen nach eingeholter Genehmigung des Königl. Provinzial-Schulkollegiums eine 3tägige Reise in das Rhöngebirge.

Am 8. September machten die Schüler der III. mit ihrem Klassenlehrer einen Spazier- gang nach dem Feldberg.

Am 17. September unternahmen die Schüler der VI. mit ihrem Klassenlehrer einen Marsch nach Falken- und Königstein.

Vom 13. bis 18. September wurde mit 2 Primanern die neuerdings vorgeschriebene Prüfung(S. 2, Auszug aus Verfügungen Nr. 12) vorgenommen, und zwar 5 Tage ochriftlich, 1 Tag mündlich. Die Aufgaben waren folgende:

1. Deutscher Aufsatz: Welches waren die Vereinigungsmittel der kleinen

griechischen Staaten im Altertume?

2. Mathematische Aufgaben: d. Algebra: Zu welcher Summe wachsen 2327 M.

in 15 Jahren an, wenn 3 ½% Zinseszinsen gerechnet werden? 5. Planimetrie: Zwei parallele Sehnen von 126 und 7m Länge liegen auf der nämlichen Seite des Centrums. Wie weit sind diese Sehnen von einander entfernt, wenn der Kreis einen Radius von 65 m hat? c. Stereometrie: Eine Kugel mit dem Radius 3 m und ein gerader Kreiskegel mit der Länge 5 m haben gleiche Oberfläche. a) Wie gross ist der Radius der Grundfläche dieses Kegels? b) Wie gross ist seine Höhe?