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Beilage zum Jahresbericht des Großherzoglichen Gymnasiums hee Bensheim. Ostern 1010.
Das preußische Zollgesetz vom 26. Mai 1818
und
der preußisch-hessische Zollverein vom 14. Februar 1828
Prof. Dr. Rudolf Glaser
Oberlehrer am Gymnasium in Bensheim. —
Lehrerbibliothek- der Obeffealschule Giessen
Die vorliegende Arbeit behandelt die Zeit von 1815—1828 mit besonderer Berücksichtigung der wirtschaftlichen Fragen, die Preußen und unser engeres Vater- land in jenen Jahren auf das lebhafteste beschäftigt haben und deren glückliche Lö- sung den Anstoß gegeben hat zu einer Entscheidung von weittragender nationaler Bedeutung.
Wenn sich auch der Geschichtsunterricht in der Oberprima der höheren Lehranstalten in der Hauptsache auf politische Geschichte beschränken wird, so dür- fen wir doch auch, glaube ich, gelegentlich einmal wirtschaftliche Dinge aus- führlicher besprechen und damit den Grund legen zum Verständnis dessen, was heute jeder gebildete Deutsche über das Wesen der Zölle wie über die Wirtschafts- politik unsres deutschen Vaterlands mit seinem Schutz der nationalen Arbeit wissen muß. ¹) Wie man neuerdings mit Recht fordert, daß die Geschichte des deutschen
¹) Die Schlesische Direktorenkonferenz von 1807 und die Schleswig-Holsteinische von 1895 wünschen, daß Belehrungen über die wirtschaftliche Entwickelung Deutschlands, Fragen der Zollgesetz- gebung und die Bildung des Zollvereins eingehender im Anschluss an die Lehraufgabe der la zu erteilen sind. Vgl. auch O. Jjäger, Lehrkunst und Lehrhandwerk S. 457:„Diese wirtschaftlichen Be- lehrungen gehören zu dem lange vernachlässigten oder wenig gewürdigten realistischen Element in der Darstellung der Menschengeschichte.“
1910. Programm Nr. 869.


