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franken und Aſchaffenburg), ſo wird ſich auf dieſem neu gewonnenen Boden die Bevölkerung gleichmäßig aus den alten Gauen des Stammes zuſammengefunden haben und zu neuer Gau⸗ ſchaft erwachſen und verſchmolzen ſein. Dazu kommt etwa der Reſt der alten alemanniſchen Bevölkerung und ſpäter einige Burgunder.
Mehrere der für die beiden Heſſen beſtimmten Exemplare dieſes Programmes konnten mit gütiger Erlaubnis des Herrn Verfaſſers, dem ich zuletzt in der Hauptſache, zum Theil im Anſchluß an briefliche Mittheilungen, folgte, mit der Pfiſterſchen Karte zur chattiſchen Stammeskunde bereichert werden.
Auf derſelben ließ ich noch nach der Ueberſichts⸗Karte zur Territorial⸗Geſchichte der Land⸗ grafſchaft Heſſen⸗Darmſtadt und des Großh. Heſſen von L. Ewald die Südgrenze der Ober⸗ grafſchaft Katzenelnbogen mit Einſchluß des Amtes Seeheim und die Südgrenze der Herrſchaft Breuberg eintragen.
Es ergibt ſich daraus, daß die alten Landesgrenzen in der Hauptſache mit der ermittelten Sprachgrenze zuſammenfallen. Beſonders zeigt ſich dies, das gemmingenſche ritterſchaftliche Ge⸗ biet(Fränkiſch⸗Krumbach) mit eingerechnet, von der Bergſtraße an nach Oſten, alſo im Gebirge. An den ſüdöſtlichſten Punkt der alten Katzenelnboger Landesgrenze ſchließt ſich zunächſt das vormals zwiſchen Löwenſtein⸗Wertheim und Erbach⸗Schönberg gemeinſchaftliche Amt Breu⸗ berg, der frühere Kreis Neuſtadt. Auch dieſes Gebiet gehört meiſt hierher und war heſſiſches Lehen. Dagegen gehören die übrigen früher gräfl. erbachiſchen Gebiete in's pfälziſche Sprach⸗ gebiet und waren pfälziſche Lehen.
Wenn dies vielleicht wieder auf urſprünglich zu Grunde liegende ethnographiſche Verhält⸗ niſſe hindeutet, ſo iſt auffallend, daß nur ein Theil des„Riedes“ der Mundart nach zum alten katzenelnboger Gebiet zu ziehen iſt. Und doch weiſen hier häufig gemachte Funde auf das Vorhandenſein einer fränkiſchen Bevölkerung hin. Das chattiſche Schwert, zumal kenntlich an dem bronzenen ſchön gearbeiteten Gefäße, das ſich in den hier geöffneten Gräbern findet, ſchließt die Annahme aus, daß hier nur alemanniſche Bevölkerung geſeſſen habe.
Da nun unzweifelhaft im Ried ſtarke chatt. Einwanderung ſtattgefunden hat, dort auch die großen ſogenannten„Franken⸗Höfe“ liegen, die meiſt Königsgut waren, ſo wären vielleicht folgende Annahmen gerechtfertigt.
Nachdem das Ried fränkiſch geworden war, mußte ſich in jüngerer, nicht genau feſtzu⸗ ſtellender Zeit die chattiſche Bevölkerung wegen ſteter Ueberſchwemmungen theilweiſe in die höher gelegenen Striche nach der Bergſtraße und dem Odenwalde zurück ziehen. Nur dünne blieben die Leute ſitzen, theilweiſe vielleicht gehalten durch den Königsbann.
Später als das Ried wieder trockener geworden, wanderten Pfälzer ein, ſodaß der zeit⸗ weiſe beſtandene chattiſche Stempel verwiſcht ward und von nun an das einſt zurückgedrängte wangidniſche(pfälziſche) Gepräge in der Bevölkerung des Riedes ſich von neuem geltend machte und überwog..
Ferner iſt auf folgendes zu achten. Noch dürfte urkundlich nachzuweiſen ſein, wo nach den Verheerungen des dreißigjährigen Krieges und wieder den franzöſiſchen Mordbrennereien unter Melac Einwanderung oberdeutſcher insbeſondere ſchweizeriſcher Bevölkerung ſtattgefunden hat.
Da die Schweizer auch ſht für ſt ſprechen, ſo müßte in ſolchem Falle am gegebenen Orte immer die etwaige Verſchiebung mundartlicher Grenze ſcheinbar ethnographiſch dem Pfälziſchen zu Gute gekommen ſein.—
Die aus dem romaniſchen Gebiete im Odenwalde beſiedelten Dörfer, wie Rohrbach, Wem⸗ bach, Hahn, ſprechen jetzt ganz die Mundart der Gegend.
Wenn ich an dieſer Stelle die betr. Empfänger bitte, die beigehefteten Karten aufziehen zu laſſen, um ſie beim Unterrichte zu verwerthen, ſo will ich damit nicht dazu auffordern, grade in der Schule Ausführungen wie die zuletzt gegebenen zu verwerthen.*)
Ich hoffe, durch letztere vielmehr zum Studium auch der ethnographiſchen Verhältniſſe anzuregen und würde mich freuen, wenn das Pfiſterſche Werk durch meine Andeutungen und Hinweiſe auf ſelbiges nach Verdienſt weiter bekannt und fleißig ſtudiert würde.
*) Vielleicht finden die Karten auch in Amts⸗ oder Lehrerzimmern einen geeigneten Platz.
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