Aufsatz 
Fauna der näheren Umgebung von Bingen : von 1866-1873 von Reallehrer [Johann Baptist Mathias] Mühr dargestellt, 1879 von dem bish. Director Prof. Dr. Glaser fortgesetzt : (Schluß) / Glaser
Entstehung
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In dieſen drei Klaſſen tritt die deutſche Geſchichte in den Vordergrund, wobei die Ge⸗ ſchichte des Großherzogthums Heſſen beſonders zu berückſichtigen iſt. Im Anſchluß an ſie kommt das Wichtigſte aus der Geſchichte der übrigen Völker zur Darſtellung.

6. Geographie.

Das Ziel iſt: Ueberſichtliche Kenntnis der Erdoberfläche nach ihrer Geſtaltung, ihren Eigentümlichkeiten und wichtigſten Produkten, Bekanntſchaft mit der politiſchen Geographie und den Hauptlehren der phyſikaliſchen und mathematiſchen Geographie.

Die Ueberladung der Schüler mit einer allzugroßen Fülle von politiſchem und ſtatiſtiſchem Material iſt zu vermeiden. Die wichtigſten Verkehrslinien, Eiſenbahnen, Kanäle u. ſ. w. ſind zu berückſichtigen. Mit dem geſchichtlichen Unterricht iſt angemeſſene Verbindung zu erhalten.

Zur Ausbildung der Vorſtellung dienen außer den Karten einfache Skizzen, welche der Lehrer an der Tafel entwirft und auch von den Schülern entwerfen läßt.

Ein Lehrbuch iſt einzuführen.

Der Stoff vertheilt ſich in folgender Weiſe:

Klaſſe VI. Feſtſtellung der geographiſchen Vorbegriffe. Es wird dabei von der Heimat ausge⸗ gangen, und das Großherzogthum Heſſen nebſt den anſtoßenden Ländertheilen be⸗ handelt. Hieran ſchließt ſich eine überſichtliche Betrachtung der Erdoberfläche.

Klaſſe V. Deutſchland.

Klaſſe IV. Europa als Erdtheil und die außerdeutſchen Länder Europas.

Klaſſe III. Die außereuropäiſchen Erdtheile.

Klaſſe II. Allgemeine Wiederholung mit beſonderer Berückſichtigung Deutſchlands, bezw. des Großherzogthums Heſſen.

Klaſſe I. Das Wichtigſte aus der mathematiſchen und phyſikaliſchen Geographie.

7. Mathematik.

Die Mathematik iſt der Lehrgegenſtand, welcher neben der Grammatik ganz beſonders dazu berufen iſt, den Verſtand des Schülers zu bilden und ihn an ein ſtreng richtiges Denken und Schließen zu gewöhnen. Dies muß für die Methode des Unterrichts beſtimmend ſein. Es iſt auf allen Stufen darauf zu ſehen, daß der Schüler ſich den Stoff vollkommen zu eigen macht und den inneren Zuſammenhang faßt. Das Auffinden und Führen der Beweiſe und die Löſung zahlreicher Aufgaben müſſen dazu beitragen, daß dies erreicht wird. Hierbei iſt ſchon frühzeitig Sorge zu tragen, daß die Schüler lernen ſich ſelbſt zu helfen. Aufgaben, die blos durch beſondere, nicht leicht zu findende Kunſtgriffe gelöſt werden können, ſind auszuſchließen. Das Kopfrechnen iſt bis in die oberſten Klaſſen und in allen Zweigen des mathematiſchen Unterrichts zu pflegen. Der mathematiſche Unterricht iſt mindeſtens in den 3 oberen Klaſſen je in die Hand deſſelben Lehrers zu legen. Es kann hier je nach Bedürfnis für gewiſſe Zeit die Geometrie oder die Algebra vorwiegen, indem einem dieſer Fächer der größte Theil der für beide angeſetzten Stunden gewidmet wird.

Der Unterricht umfaßt das bürgerliche Rechnen, die allgemeine Arithmetik und die Algebra bis zu den quadratiſchen Gleichungen mit 2 Unbekannten, die Planimetrie, ebene Trigonometrie und die Elemente der Stereometrie.

Für die einzelnen Disciplinen ſind Lehrbücher und Aufgabeſammlungen einzuführen.

Der Stoff vertheilt ſich in folgender Weiſe auf die einzelnen Klaſſen:

a. Gemeine Arithmetik.

In Klaſſe VI. Wiederholung der 4 Grundrechnungsarten mit ganzen, unbenannten und benannten Zahlen. Die Theilbarkeit der Zahlen. Der größte gemeinſchaftliche Theiler und das kleinſte gemeinſchaftliche Vielfache zweier Zahlen. Das Rechnen mit gemeinen Brüchen. Leichtere Regeldetri⸗Aufgaben, gelöſt durch Zurückführen auf die Einheit.

In Klaſſe V. Die Decimalbrüche, abgekürztes Rechnen mit Decimalbrüchen. Einfache und zuſammengeſetzte Regeldetri mit Zurückführung auf die Einheit.

In Klaſſe IV. Wiederholung des geſammten Penſums der vorhergehenden Klaſſen. Fortgeſetzte Uebung im bürgerlichen Rechnen an immer ſchwieriger werdenden Aufgaben..

In Klaſſe III. Fortgeſetztes Einüben der bürgerlichen Rechnungsarten. Anwendung der Proportionen beim Löſen von Regeldetri⸗Aufgaben.