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bei der Lektüre Erklärungen über die einzelnen Dichtungsgattungen gegeben. Ein beſonderer Unterricht in der Metrik und Poetik wird nicht ertheilt.
Der Lektüre dienen in den oberen Klaſſen außer den im Leſebuch vorhandenen poetiſchen Proben und ſchwierigen Proſa⸗Abſchnitten noch zuſammenhängende größere Stücke unſerer klaſſi⸗ ſchen Literatur. In Klaſſe I wird im Anſchluß an die Lektüre ein kurzer Ueberblick über die Fentiche Literaturgeſchichte gegeben, mit beſonderer Berückſichtigung unſerer neueren klaſſiſchen Periode.. Zur Erweiterung der literariſchen Beleſenheit dient eine wohlgeordnete und von dem Lehrer des Deutſchen zu leitende Privatlektüre, für welche die Schülerbibliotheken mit dem nöthigen Materiale auszuſtatten ſind.
b. Durch alle Klaſſen gehen Uebungen im mündlichen Vortrag. Die einzelnen An⸗ ſtalten haben für ſich einen Kanon aufzuſtellen, welcher die in jeder Klaſſe zu erlernenden und durch Wiederholung von Zeit zu Zeit zu befeſtigenden Gedichte, und außerdem diejenigen Ge⸗ dichte enthält, aus welchen dem einzelnen Lehrer eine freie Auswahl gelaſſen wird.
c. Die Grammatik iſt im engſten Anſchluß an die Lektüre zu lehren. Doch iſt ein paſſender Leitfaden beim Unterricht zu benutzen.
Formenlehre und Orthographie, Satzlehre und Interpunktion ſind in den Klaſſen VI— III zu abſolviren.— Die Formenlehre wird der Hauptſache nach in den Klaſſen VI und V durchgenommen. In Klaſſe IV folgt alsdann eine ausführlichere Repetition der⸗ ſelben mit fortgeſetzten Uebungen verbunden. Das Wichtigſte über Wortbildung wird für Klaſſe III aufgehoben. Die Satzlehre wird in Klaſſe VI begonnen und der Hauptſache nach in Klaſſe IV zum Abſchluß gebracht. In Klaſſe III findet eine Repetition derſelben ſtatt. Zur Einübung und Befeſtigung des grammatiſchen Stoffs ſind fortwährend mündliche und ſchrift⸗ liche Uebungen anzuſtellen. Die erſteren ſind vorzugsweiſe zu betonen. Die Geſetze des Perioden⸗ baues ſind bei Erklärung der Leſeſtücke und Beſprechung der Aufſätze in den Klaſſen III, II und I zu entwickeln. Ein beſonderer Unterricht in der Stiliſtik wird nicht gegeben. Das hier⸗ von Nothwendige wird ebenfalls an den Aufſätzen und Leſeſtücken erläutert.
d. Die ſchriftlichen Arbeiten, bei denen auf allen Stufen eine ſorgfältige und möglichſt verſtändliche Korrektur durch den Lehrer ſtattfinden muß, beſtehen bis zur V. Klaſſe einſchließlich in orthographiſchen und grammatiſchen Uebungen, ſowie in der Wiedergabe kleiner, in der Schule tüchtig vorbereiteter Erzählungen. In der V. Klaſſe kommen noch kleine Beſchreibungen hinzu, zu welchen auch der Unterricht in der Naturgeſchichte Stoff liefert.— In den Klaſſen IV und III werden die orthographiſchen und grammatiſchen Uebungen fortgeſetzt und zum Abſchluß ge⸗ bracht. Die Aufſätze beſtehen in Erzählungen, Beſchreibungen, Vergleichungen, Ueberſetzungen und Bearbeitungen franzöſiſcher Stücke und Schilderungen. Die Aufſätze werden auf dieſer Stufe von dem Lehrer in der Schule nach Inhalt und Anordnung durchgearbeitet. In den beiden oberen Klaſſen wird den Schülern allmählich eine größere Selbſtſtändigkeit gelaſſen. Doch muß auch hier in der Regel eine Beſprechung des Stoffs vorausgehen. Die Themata ſind nur ſolchen Gebieten zu entnehmen, über die der Schüler durch den ſeither genoſſenen Unterricht einen genügenden Ueberblick gewonnen hat.
3. Franzöſiſche Sprache.
Das Lehrziel iſt folgendes: Die Schüler ſollen das Franzöſiſche richtig ausſprechen lernen, mit den Hauptregeln der Grammatik betraut werden, ſich einen genügenden Wortſchatz aneignen und auch einige Gewandtheit im mündlichen Gebrauch der Sprache erlangen. Sie ſollen ferner mit einigen Stücken der franzöſiſchen Literatur bekannt gemacht werden und die Fähigkeit erlangen, einen nicht allzuſchweren Schriftſteller ohne Vorbereitung kurſoriſch zu leſen, und einfachere deutſche Stücke grammatiſch richtig ins Franzöſiſche zu überſetzen.
Der Unterricht im Franzöſiſchen ſoll im engſten Anſchluß an das Deutſche die Grundlage für die grammatiſche Ausbildung überhaupt liefern.
a. Grammatik. In den Klaſſen VI und V werden mit Benutzung eines Elementar⸗ buchs die Regeln der Ausſprache, die ganze regelmäßige Formenlehre, die gebräuchlichſten un⸗ regelmäßigen Zeitwörter und einige wichtigere Sätze der Syntax durch fortgeſetzte mündliche und ſchriftliche Uebung eingeprägt. Von Klaſſe IV an wird eine Grammatik eingeführt, die zugleich hinreichenden Uebungsſtoff enthält. Unter beſtändiger Wiederholung des bereits behan⸗


