Aufsatz 
Naturgeschichtliche Beschreibung der Wormser Rheinebene / von L. Glaser
Entstehung
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Andre, auch ſonſt überall gewöhnliche Sumpf⸗ und Uferpflanzen übergehen wir; doch fiel mir auf, daß das weichhaarige Weidenröslein(Epilobium hirsutum L.) und die gemeine Lyſimachie(Lys- vulgaris) nur ſehr vereinzelt vorkommen, ſowie daß auch Barbaraea vulgaris viel weniger, als in der Wetteräu und in der oberen Lahngegend vorherrſcht. Auch Salvinia natans, in den Quellbächen am Vogelsberg gemein, fehlt hier, ähtrne bafar Aeiteres Gräben von Mafſerſeri Deliee tnsn lna) dft ganz gefüllt ſind. ſu

Unter den Gif fpflanzen der Wormſer Gegend ſind hervorzuhebens Der in aͤhnlichem Maß in der Wetterau und Lahngegend gewöhnliche Schierling(Conium maculatum), auf Aeckern, doch etwas weniger als dort vorherrſchend, die Gleiße oder Hundspeterſilie(Aethusa Cynapium), an wüſten Stätten und Schutthaufen ſchwarzer Nachtſchatten und Stechapfel, wogegen Bilſenkraut ſehr ſelten iſt, an Ufern und in Gräben, an Zäunen ꝛc. Bitterſüß(Solanum Dulcamara), in Hecken Gichtrübe(Bryonia dioeca) Alles übereinſtimmend mit der Wetterau! Paris quadrifolia, Arum maculatum, Chriſtophs⸗ kraut(Actaea spicata) dagegen, ſowie die Giftpflanzen der Bergwälder(Atropa, Digitalis, Aconitum) fehlen um Worms. Auch der giftige Waſſerhahnenfuß(Ranunculus sceleratus), ſowie Waſſerſchier⸗ ling(Cicuta) ſcheinen ganz zu Fehlen Rachen ſchele(Anemone Pulsatilla 4 ſindes ſiun nur auf dem d Jbdenlieciho

Was die Culturpflanzen betrifft, d. Ledeiht im Allgemeinen Ales vortreffich und dnſede ippige Vegetation Statt, wovon ſchon der alte Name der GegendWonnegau zeugt. Weingärten, leider mit hohen Mauern umgürtet, umgeben die Stadt, darunter ſolche, welche berühmten Wein liefern, wie am Liebfrauenſtift, Luginsland und im Kattenloch. Obſtbäume ertragen, obgleich ihnen vielfach, wenigſtens an Landſtraßen, nicht die rechte Pflege zu Theil wird, die beſten und feinſten Früchten Die Kronen der Zwetſchbäume ſind oft ſo entwickelt, daß ich über ihre Natur, ob Zwetſchen⸗ oder ſonſtiger Obſt⸗ baum, ſchon Zweifel entſtehen ſah. Bis zum Boden abgeholzte Hecken erheben ſich in Jahresfriſt wieder zu Mannshöhe und zu dichtem Buſchwerk; Schlehenſtämmchen gleichen den ſchönſten Pflaumenbäumchen.

Die Felder werden hauptſächlich mit Reps, Spelz und Roggen nebſt Gerſte und Hafer, weniger mit Waizen gebaut, der hier der zu jähen Reife wegen minder gut ausfällt und dem von entfernten Hügellagen, an Berglehnen des Vogelbergs ꝛc., nachſteht. Unter den Kleepflanzen zieht man beſonders Luzerne und Esparſette, doch auch deutſchen(Trifolium pratense), aber keinen Incarnatklee(Tr. incarnatum), der z. B. um Darmſtadt angebaut wird. Von Hackfrüchten ſind hervorzuheben: Mays, Runkeln(und zwar die dicke, ſpindelförmige, gelbhäutige Spielart) und Zuckerrüben, auch Cichorien; Tabak wird hier nur ſpärlich gebaut und erſt im angrenzenden filiichen u und badiſchen Febitt; in 1 Menge Auch ſind Muhrſanten ſehr gewöhnlich.

Die Thierwelt zeichnet ſich in einigen Zweigen durch Reichthum der Arten, zahlreiches Auf⸗ treten und durch vollkommene, große Formen aus, ganz der üppigen Vegetation entſprechenr.

Im Allgemeinen iſt die paludine Thierſchöpfung reich vertreten. Im Waſſer des Gieſens und andrer Nebenwaſſer des Rheins ſind ſehr gewöhnlich einige Arten Fluß⸗ und Teichmuſcheln(Unio und Anodonta); von Waſſerſchnecken finden ſich in unglaublicher Zahl Lymnaeus palustris und die viel größere, dunkle stagnalis, außerdem, mit den genannten an dem häufigen Potamogeton plantagineus treffliche Weide findend, noch die ſonſtigen kleineren, mit weit geflügelten Oeffnungen(Lymn. Nulgaris und ovatus). Vom Paludina-Geſchlecht iſt ſehr gewöhnlich P. vivipara und die ganz kleine P. impura. Sodann finden ſich in allen Gräben in Menge allerlei Poſthornſchnecken(Planorbis), ſo die große(P.