Aufsatz 
Naturgeschichtliche Beschreibung der Wormser Rheinebene / von L. Glaser
Entstehung
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1. Beigabe. un eneabnen ierune

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D. Provinz Rheinheſſ ſen, welcher Worms mit 585 naͤchſten Umgebung angehör, bigdet in geognoſtiſcher Hinſicht einen Theil l des in der geologiſchen Literatur oft genanntenMainzer Tertiär⸗ beckens, das außer der heſſiſchen Rheinprevinz auch den größten. Theil der Pfalz, des nördlichen Badens, der heſſiſchen Provinzen Starkenburg und Oberheſſen und den Süden des Herzogthums Naſſau in ſich begreift. In weiterer Umgebung finden ſich in den rheinheſſiſchen Gemarkungen diejenigen thonigen, Kalk⸗ und Sandſteinſchichten, Mergel⸗ und Gypslager, welche die geognoſtiſche Gruppe des tertiären Gebirgs oder der Molaſſe ausmachen.

In nächſter Umgebung aber kann begreiflicher Weiſe, bei der vollkommenen Flachland⸗Natur des Rheinthals in dieſer Gegend, nur von jüngerem oder älterem Schwemmland des Rheinſtroms die Rede ſein. Die Stadt Worms liegt in ihren älteren Theilen, z. B. in der Dom⸗ ⸗Umgebung, auf höheren uralten Schwemmſchichten eines graugelben, ziemlich hellen Lehms, des ſogenanntenLöß der Geologie. Nach Lyell*) ſind dieſe im ganzen Rheinhette und links durch die Niederlande bis zum Meer hin abgelagerten, hie und da viele K Klafter mäͤchtigenLößmaſſen die Ueberreſte desjenigen durch die Gletſcher der Cisepoche abgelagertenDetritus odex abgeriebenen Schlammes der Alpen(wie er überall ſtets die Gletſcher begleitet und bei ihrem Rückzuge von ihnen zuruͤckgelaſſen wird), welchen die ſpäteren dilupialen, aus den Gletſchern entſtandenen Rheinfluthen nach dem Wiederausſpülen der angehäuften Schlamm⸗ Maſſen zu Seiten des Rheinthals zurückgelaſſen haben. Beſonders hohe Reſte ſolcher Löß⸗ maſſen zeigen ſich bei Hochheim und unfern des Bahnhofs in dem Hügel des Abreſch'ſchen Bierkellers. In neueſter Zeit wurden die Lößlager, zunächſt bei Worms durch den neuen Eiſenbahn⸗Durchſtich in der Richtung nach Pfeddersheim bis unten auf die Kies⸗ und Gerölllager blosgelegt, welche übrigens auch ſchon in den alten Lehm⸗ und Kieskauten um den ehemaligen Schießplatz geöffnet lagen.

Jüngeres oder Alluvial⸗Schwemmgebilde iſt ſodann die ganze noch bis heute dem öfteren Hoch⸗ waſſr ausgeſetzte eigentliche Rheinfläͤche, als die verſchiedenen Rheinwieſen und Gartenfelder zwiſchen

*) Siehe deſſenAlter des Menſchengeſchlechts, überſetzt von Dr. L. Büchner, 1864, 2. S. 252 ff.