Aufsatz 
Naturgeschichtliche Beschreibung der Wormser Rheinebene / von L. Glaser
Entstehung
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Das Engliſche wurde in zwei oberen Real⸗Klaſſen von Director Wiegand, in der Zten ven Herrn Dr. Burger, das Franzöſiſche in den zwei oberen Meolaülluſſens von Herrn Schüler, in der Zten von demſelben und Herrn Seipp verſehen. ni loms

2 6) Mit der vorſchriftsmäßigen Andacht und mit entſprechender Anrede, des ees ward das Suumer⸗ Halbjahr am 17. Seytenbir geſchloſſen und das Winter Halbjahr am 17. Driohen eben ſo begonnen. 4

7) Das MaturitätssGxamen beſtanden unter Anweſenheit des landesherelichen Cannmiſſärs, Herrn Oberſtudienrathes Dr. Wagner, am Ende des Sommer⸗Halbjahres 9 Ober⸗Primaner: Albert, Biedert, Karl Chriſtoph, Leonhard Ebner, Riedel, Roſenberger, Schneider, Wilhelm und Chriſtoph Stumpf; 1 und 2 2 ſiudiren Medicin 3 und 5 Jum⸗ 4, 6, 8. und 9 kache Theologien 7 Finanz⸗ wiſſenſchaft. Attitid min Am Ende des lüite Habjahas unerpgen ſich deneben Eramen die dber primmer Küchler, Lentz und Glaſer.

8) Die naturwiſſenſchaftlichen Cabinette des Wormſer Gymnaſiums. Die betr. Sammlungen des Gymnaſiums wurden auch im Laufe des verfloſſenen Schuljahres den deßhalb eröffneten Crediten entſprechend durch mancherlei neue Anſchaffungen bereichert. Nachdem durch den früher erwähnten Neubau das Local des phyſikaliſchen Cabinetes ſehr bedeutend vergrößert worden war, wurde es im verfloſſenen Jahre mit Glasſchränken verſehen, ſo daß die fruͤher durch Staub und Feuchtigkeit vielfach gefährdeten Apparate jetzt eine paſſendere und gegen ſchädliche Einflüſſe geſicherte Aufſtellung ſinden konnten. Dieſelben wurden vorher durch einen Sachverſtändigen von bewährtem Rufe, den Herrn Mechanikus Urmetzer in Mainz, der als Conſervator des phyſikaliſchen Cabinets des dortigen Gymnaſiums angeſtellt iſt, einer Reinigung und Durchprobierung unterworfen, nachdem manche derſelben durch die gebotene Transferierung gelegentlich des Bauens in ein benachbartes, etwas feuchtes ſtädtiſches Local mehr oder weniger gelitten hatten, oder mit Staub bedeckt worden waren.

Obgleich unſere Lehranſtalt durch die Vereinigung zweier(1804) entſtand, ſo war doch bis zum Jahre 1834 gar nichts von phyſikaliſchen Inſtrumenten und Sammlungen vorhanden. Die An⸗ ſchaffung derſelben begann ſeit dem gedachten Jahre anfangs bei ſehr geringen zu Gebote ſtehenden Mitteln. Nachdem dieſe ſeit 1841 etwas reichlicher bewilligt worden waren, ſo hat ſich durch die alljährliche ſowie auch wieder durch die diesjährige Vermehrung das phyſikaliſche Cabinet bis dahin erweitert, daß deſſen Inventar bereits alle Apparate nachweiſt, welche zur Erläuterung aller Grund⸗ geſetze der Phyſik erforderlich ſind. Außerdem beſitzt das hieſige Gymnaſium noch eine oryctognoſtiſche und geognoſtiſche ſowie eine Kryſtall⸗, Modellen⸗ und eine Pflanzen⸗Sammlung.

Ferner befindet ſich in dem chemiſchen Laboratorium eine Sammlung chemiſcher Präparate ſowie aller Utenſilien und Reagentien, welche erforderlich ſind, die hauptſächlichſten Erſcheinungen der anorga⸗ niſchen Chemie erperimental nachzuweiſen.

Am dürftigſten war bisher das zoologiſche Cabinet, weil für daſſelbe früher ein geeigneter Raum fehlte. Dieſes erhielt im verfloſſenen Schuljahr dadurch einen nennenswerthen Zuwachs, daß auf Antrag des gegenwärtigen Lehrers der Naturwiſſenſchaften, Herrn Dr. Burger, und der Direction die Gymnaſialfonds⸗Verwaltungscommiſſion dahier mit dankbarer Bereitwilligkeit die Mittel bewilligte, um bei dem Herrn Realſchullehrer Muͤhr in Bingen, deſſen techniſcher Geſchicklichkeit die Obhut und Vermehrung der dortigen zoologiſchen Sammlung anvertraut iſt, eine Sammlung ausgeſtopfter Vögel für unſere Anſtalt als Eigenthum zu erwerben, welche die Repräſentanten der meiſten deutſchen Familien begreift.

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