Aufsatz 
Etude sur le Venceslav de Rotrou
(1647)
Entstehung
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Der Nachmittagsunterricht fiel wegen zu grosser Hitze aus am 25. Juni und am 2. Juli. Die Pfingstferien dauerten vom 16. 20. Mai, die Sommerferien vom 5. Juli bis zum 2, August, die Herbstferien vom 27. September bis zum 11. October, die Weihnachtsferien vom 23. Dezember bis zum 6. Januar. Censuren erhielten die Schüler dreimal: vor den

Herbstferien, vor den Weihnachtsferien und am Schlusse des Schuljahrs. Eine Revision

des katholischen Religionsunterrichts fand am 8. Februar durch Herrn Domdekan und Bischöf- lichen Generalvikar Walter aus Limburg statt. Am 19. August fuhren der Direktor und Herr Zins nach Bockenheim, um die Unterrichtsmethode des Herrn Direktor Walther kennen zu lernen. Durch das liebenswürdige Entgegenkommen des genannten Herrn wurde es später

auch Herrn Achard und Herrn Giesse ermöglicht, englischen und französisehen Lehrstunden

in der Bockenheimer Realschule beizuwohnen. Eine Auszeichnung wurde dem Oberlehrer Dr. Glaser dadurch zuteil, dass ihm auf Antrag des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums durch den Herrn Minister am 31. Dezember v. J. das PrädikatProfessor verliehen wurde

Veränderungen im Lehrerkollegium kamen während des Schuljahrs nicht vor. Am Sechlusse des vorhergehenden Schuljahrs hatte der wissenschaftliche Hilfslehrer W. Bruch wegen Aufhebung der Realprima die Anstalt verlassen.

3. Schulfeierlichkeiten. Zur Sedanfeier. die vom schönsten Wetter begünstigt. war, zogen Lehrer und Schüler in den Kleinen Tannenwald. Nachdem zur Einleitung ein Choral gesungen worden war, hielt Herr Dr. Spranck die Festrede, in der er den Schülern die Wichtigkeit des Tages für die Aufrichtung des deutschen Reichs nach Zeiten der Uneinig- keit und Ohnmacht klar machte, und die daraus hervorgehende Pflicht, für Erhaltung des schwer Errungenen dereinst mit allen Kräften des Körpers und des Geistes einzutreten, der Jugend eindringlich uns Herz legte. Gesangvorträge, geleitet von Herrn Zins, und Schau- turnen, besonders Stabübungen der einzelnen Abteilungen unter Leitung des Herrn Dombach boten den Schülern und deren zahlreich erschienenen Verwandten angenehme Unterhaltung. Bei Einbruch der Dämmerung wurde der Rückmarsch angetreten. Im Schulhofe wurde ein Hoch auf das deutsche Vaterland ausgebracht, dann gingen die Schüler auseinander.

Zur Erinnerung an Homburgs Eintritt in die preussische Monarchie, der am 20. Jan. 1867 durch die feierliche Besitzergreifung des Königs Wilhelm I. erfolgt war, wurde am 21. Januar eine einfache Schulfeier veranstaltet, bei welcher der Direktor in seiner Ansprache darauf hinwies, dass zwischen dem Homburgischen Fürstenhause und den Hohenzollern seit der Zeit des grossen Kurfürsten eine enge, segensreiche Verbindung bestanden hat, und her- vorhob, dass die Verheissungen der Proklamation König Wilhelms zum Wohle Homburgs zur That geworden sind.

Am 27. Januar besuchten zuerst die Lehrer gemeinschaftlich den Festgottesdienst um 10 ¾ Uhr begann die Schulfeier, der die Mitglieder des Kuratoriums und andere Gäste beiwohnten. Nach Gesang, Gebet und Schülervorträgen hielt Herr Dr. Bauder die Festrede, indem er, anknüpfend an das Wort unseres Kaisers, er habe schon als Jüngling den Grossen Kurfürsten sich zum Vorbilde erkoren, diesen als weisen Gesetzgeber, als kühnen Reformator und unerschrockenen Verteidiger seiner Hoheitsrechte schilderte. Auf seine Verdienste auf den verschiedenen Gebieten des Bildungs- und des Heerwesens, auf seine Hebung des Bürger- und Bauernstandes, endlich auch auf die Anfänge der Colonisation in Afrika wurde hinge- wiesen. Zum Schlusse wurde der Schulreform, sowie der sozialen Gesetzgebung unseres ver- ehrten Kaisers gedacht.

4. Vertretungen wurden nötig, als der Direktor im September eine Woche Urlaub erhalten hatte im Anschlusse an die Herbstferien, um eine Reise nach Rom zu machen; im März musste er wegen Unwohlseins 8 Tage vertreten werden. Herr Dr. Bauder wurde 8 Tage im Dezember und vom 2. 24. Februar durch Krankheit von der Schule ferngehalten. Herr Hoffmann war am 17. und 18. April und vom 7.11. Februar krank. Drei andre Herren wurden nur je einen oder zwei Tage durch Unwohlsein in ihrer Thätigkeit unterbrochen.

5) Der Gesundheitszustand der Schüler war im allgemeinen günstig, nur

breiteten sich im November die Masern, jedoch in leichter Form, namentlich unter den Schülern