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11. Das Winterſemeſter wurde am 11. October mit einer gleichen Feier wie das Schuljahr eroͤffnet. Von 9 angemeldeten Schülern wurden nach dem Ergebniß der Prüfung 2 in die Untertertia, 3 in die Quarta, 2 in die Quinta und 2 in die Sexta aufgenommen. Der Unterricht begann am 12. October.
15. Am 18. November wurde in der Gymnaſialkirche das herkoͤmmliche Trauer⸗Gedächtnißamt für die verſtorbenen Wohlthäter des Gymnaſiums, insbeſondere die Stifter der Stipendien, gehalten.
16. Am 11. December folgten die Lehrer und Schüler des Gymnaſiums dem Leichenbegängniß des am 8. December im neunundſiebzigſten Lebensjahre verſtorbenen Herrn Obergerichts⸗Präſidenten a. D. Frei⸗ herrn v. Warnsdorf, welcher einſt als Mitglied der ehemaligen Ober⸗Schul⸗ und Studiendirection und zeitweiliger Studiencommiſſar des Lyceums den Lehranſtalten, aus deren Reorganiſation im Jahre 1835 das jetzige Gymnaſium hervorgegangen iſt, nahe geſtanden und ſein Wohlwollen gegen letzteres auch noch in der neueſten Zeit durch freundliche Betheiligung an der Sammlung zur Unterſtützung unbemittelter und wür⸗ diger Schüler bethätigt hatte.
17. Am 4. Februar wurde das Andenken an Hrabanus Maurus, den verdienſtvollen Vorſteher der Kloſterſchule Fulda und Begründer des deutſchen Schulweſens, in herkömmlicher Weiſe durch eine öffent⸗ liche Schulfeierlichkeit begangen. Bei derſelben hielt der Oberprimaner Heinrich Schäfer einen latei⸗ niſchen Vortrag über das Thema:„OQuibus potissimum causis factum sit, ut Philippus Macedonum rex Græœcarum rerum potiretur“, der Oberprimaner Karl Bode und der Unterprimaner Emil Kriſch aber deutſche Vorträge, jener„über Leſſing's Minna von Barnhelm“, dieſer„über die Verdienſte Karl's des Großen um die Erziehung und Bildung der Deutſchen“. Gedichte wurden declamirt von dem Oberſecundaner Juſtus Knorz, dem Unterſecundaner Ferdinand v. Winkler, dem Obertertianer Hermann Jäger, dem Untertertianer Wilhelm Rullmann, den Quartanern Theodor Schmitt und Magnus Wehner, den Quintanern Wilhelm Fröhling und Wilhelm Kreis, den Sextanern Karl Rüger und Stur⸗ mius Müller. Die Sängerchöre trugen zwei Hymnen von Hrabanus und das Feſtlied von Gegenbaur, alle componirt von dem Geſanglehrer Henkel, vor.
18. Durch Allerhöchſtes Reſcript vom 9. Februar, mitgetheilt durch Miniſterialbeſchluß vom 17. Februar, wurde dem Gymnaſiallehrer Schmitt ſtatt ſeines bisherigen Gehaltes von 500 Thalern nunmehr ein ſolcher von 600 Thalern vom 1. März an allergnädigſt bewilligt.
19. Seine Köͤnigliche Hoheit der Kurfürſt haben allergnädigſt geruht dem Gymnaſial⸗Oberlehrer Herrn Dr. Eduard Weſener zu Coblenz die erledigte Directorſtelle am hieſigen Gymnaſium zu übertragen. Derſelbe wird mit Beginn des nächſten Schuljahres ſein Amt antreten. Lehrer und Schüler ſehen der Ankunft des neuen Vorſtandes mit zuverſichtlichem Vertrauen entgegen und wünſchen von Herzen, daß er recht aar ſegensreich fuͤr unſere Anſtalt wirken möge.
20. Durch Allerhöchſte Entſchließung, mitgetheilt durch Beſchluß Kurfürſtlichen Miniſteriums vom 3. Maͤrz, wurde dem Unterzeichneten für die Verſehung der Stelle des Directors von Oſtern v. J. bis dahin l. J. eine Vergütung von 350 Thalern Bulbreichſt bewilligt und derſelbe durch dieſe Lneegächie Gnade mit ehrfurchtsvollſtem Danke erfüllt.
21. Durch Allerhöchſte Entſchließung, mitgetheilt durch Miniſterialbeſchluß vom 3. März, wurde der Gymnaſiallehramtscandidat Julius Bode aus Schwarzenfels als Practicant an das hieſige Gymnaſium behufs Erſtehung des Probejahres allergnädigſt zugelaſſen. Derſelbe wird mit Anfang des neuen Schul⸗ jahres in Thätigkeit treten.


