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Durch M. V. vom 5. Juni wurde dem Lehramtskandidaten Ludicig Baur aus Darmſtadt der Acceß am Gymnaſium geltattet.
Mit Beginn des Sommerſemelſters wurde durch M. V. vom 3. März die proviſoriſche Errich-— tung einer dreiklafſigen Vorſchule angeordnet und ſofort in fünf Abtheilungen eröffnet.
Zu prov. Lehrern der Vorſchule wurden Herr Guſtau Schmitz aus Darmſtadt, Dietor Thierolf von Michelſtadt und Hermann Schäfer(II) aus Friedberg ernannt.
Die Einberufung der Gymnaſiallehrer Dr. Windhaus und Dr. Stöpler zu militäriſchen Übungen auf 14 Tage, und des Dr. Forbach und Dr. Zimmermann auf 8 Wochen verurfachte empfindliche Störungen der Unterrichtsordnung.
Der Sedantag wurde auch in diefem Jahre durch einen Redeactus in der Aula des Gym- naliums gefeiert.
Das Jubiläums- und Dilthey-Stipendium war in dieſem Jahre dem stud. phil. H. Jung aus Beflungen verlichen. Der für ein weiteres Stipendium beſtimmte Fonds iſt durch die Liberaliät der Abiturienten vom Herbſt 1879 und 1880, ſowie durch UÜberweifung des Uberſchuffes der im vorigen Jahre bereits erwühnten Boßler-Stiftung in anfehnlicher Weiſe vermehrt worden. Wir erhielten darüber am 25. Auguſt folgende Zulchrift.
Das Comité zur Stiftung eines Boßler-Denkmals und Bobßler-Stipendiums an
Großherzogliche Direction des Gymnaſiums zu Darmſtadt.
«Um das Andenken an den am 29. December 1877 verſtorbenen Gymnaſialdirector Dr. Boßler, welcher dem hieſigen Gymnaſium während der Jahre 1858— 1876 vorſtand, zu chren, beſchloffen im Herbſte 1878 Freunde und ehemalige Schüler deffelben durch Sammlung freiwilliger Beiträge die Mittel aufzubringen, eine Marmorbüſte des Verewigten für die Aula des hieligen Gymnaliums und— wenn thunlich— ein Stipendium für Schüler diefer Anſtalt ſtiften zu können. Die in Folge deflfen veranſtaltete Sammlung von Beiträgen für die genannten Zwecke hatte ein günſtiges Ergebniß, indem ſie es ermöglichte, die in Ausſicht genommene Marmorbüſte des Gymnaſialdirectors Dr. Boßler von dem Bildhauer, Herrn Profeflor Kanig dahier, ausführen zu laflen und außerdem noch den Be- trag von 461 ℳ. 9 ₰- zu erübrigen.
Wir beehren uns nunmehr
1) die erwähnte, im Atelier des Künſtlers befindliche Büſte Ihnen für die Aula des Gymnaſiums zur Verfügung zu ſtellen und erlauben uns hierbei den Wunſch auszuſprechen, daß die for- melle Übergabe der Büſte an das Gymnaſium auf dem im Monat September I. J. ſtattfindenden Gymnaſialfeſtactus erfolgen möge. Was
2) den erzielten Überſchuß von 461. 9 ₰ anlangt, ſo haben wir beſchloffen, da die Summe zu geringfügig erſcheint, den Kapitalſtock eines eigenen Stipendiums zu bilden, diefelbe dem aus Anlaß der im vorigen Jahre ſtattgehabten Jubiläumsfeier des Gymnaliums geſtifteten Sti- pendiumsfonds zuzuweilfen, wobei felbſtverſtändlich zunächſt noch die etwa weiter für Aufſtellung der Büſte etc. entſtehenden Koſten an der fraglichen Summe in Abzug zu bringen würen.
Indem wir hiernach ergebenſt anheimſtellen, das zur Verwirklichung unferer Abſicht Ihrer- ſeits Nothwendige gefälligſt verfügen zu wollen, ſchließen wir zu dieſem Behufe die Summe von vier- hundert ein und fechszig Mark neun Pfennige hier an und erfuchen ergebenſt uns hierüber gefiilligſt Empfangsbeſcheinigung ertheilen zu wollen.?
L. Hallavachs Rautenbusch als Vorfitzender. als Schriftführer.


