Aufsatz 
Geschichte des lateinischen Kaiserreiches von Konstantinopel : 1. Teil. Geschichte der Kaiser Balduin I. und Heinrich 1204-1216. Unter Benutzung eines Manuskriptes von Cal Hopf und mit Unterstützung
Entstehung
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lich aufgerufen und dann in einer Kapelle des Palastes eingeschlossen. Unterdessen blieben die Barone und Ritter in einem benachbarten Schlosse versammelt. Die Wähler aber eröffneten ihre Tätig- keit mit Gebet und Messe, dann erst schritten sie zur Beratung. Diese begann mit einem Akte der Höflichkeit. Ein fränkischer Wahl- herr bot den Venetianern für ihren Dogen die Kaiserkrone an ¹). Es war vorauszusehen, daſs das zurückgewiesen wurde. Die späteren venetianischen Chronisten haben hier Gelegenheit gefunden, diese Ablehnung zu motivieren und in einer langen Rede eines Mitgliedes der Versammlung die republikanischen Grundsätze ihrer Heimatstadt klarzulegen*). Allein das ist rhetorische Ausschmückung einer Ver- handlung, von der wir herzlich wenig wissen²). Das Resultat war, dafs Bonifazens Anhänger unterlagen und Balduin, in erster Linie wohl auf Betreiben der Venetianer, den Preis davontrug).

Es scheint, daſs der Wahlkampf sehr lange gedauert hat. Denn

Wilken 324, Sporschil 435, Hurter I 657, Pears 371, Stamatiades 45, Moeser 173, Bouchet II 195. Der Fehler scheint auf eine Bemerkung von Ducange zurückzugehen. Ebensowenig die Apostelkirche; so Nik., Hopf 200 und Kalligas 50.

¹) So Mon. 140 und Dand. 291(dagegen die Marginalnote des Cod. Ambros. bei Mur. XII 330). Vgl. auch San. 529 und 531; Chr. v. M. fr. 19, gr. 36, it. 419. Daſs das Angebot für den Dogen von den Bischöfen von Soissons und Troyes aus- gegangen sei, ist spätere schlechte Überlieferung; s. Wilken 324⁄5; Sporschil 435. Hurter I 657 zieht sogar die Nachricht in Erwägung, daſs man an eine Wahl des Königs Philipp gedacht habe, damitein Papst und ein Kaiser sei. Pears 372 ff. hat das wieder aufgenommen! Vgl. Ranke 290.

2) Dand. 291: quidam Venetorum nobilis et fidelis senex; San. 529: Barbo. Eine lange Rede Barbos z. B. bei Mon. 140, Dan. Barbaro, Cod. Fosc. 6173 f. 74 v, in der Cronaca Zancaruola(1. Cod. Marc. Contar. I f. 197v, 2. Cod. Glauburg. Francof. No. 21 f. 132v= Cod. Fosc. 6147 f. 88r), Ran. 100. Eine andere Quellengruppe läſst Dandolo selbst in der Versammlung erscheinen und seine Ablehnung begründen: Can. 338; Chr. v. M. 1. c.

³) Klimke 15 ff. sucht über die Wahlverhandlungen näheres festzustellen; ich weise das, besonders eine Benutzung der sagenhaften Überlieferung des Niketas, zurück. Diese auch in Transl. s. crucis bei Riant, Ex. I 196.

4) Wahl ganz kurz auch bei: Ern. 376, Era. 276, G. des Chipr. 17, Ann. T. 435, Akrop. 13, 400¹ 349, Sicard 178, Transl. St. Theodori 153, Og. Pan. 121, Mousk. 346, Bald. Cpol. 300, Rob. Alt. a. a. O., Chr. Bert. 458, Cogg. 453, Nang. 455. Neuere Dar- stellungen: Duc. I 24, Maimbourg 247, Le Beau XX 520, Gibb. 413, Mich. 121, Wilk. 320, Sporschil 435, v. Kausler 260, Hurter I 656, Raumer 81, Medovikov 25, Stamatiades 44 ff., Romanin 179, Krause 62, Paparrh. IV 737, Finlay 93, Hopf 199, Musatti 192, Kalligas 49, Kugler 284, Hertzberg I 413, Pears 366, Bouchet II 192, Manfroni(Marina italiana) 338, Meliarakes 1, Norden 159, Ranke 290, Lavisse et Rambaud 852, Lindner 232.