Aufsatz 
Die sommerlichen Regengebiete in West- und Mitteleuropa
Entstehung
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Dadurch ist die Wetterlage in ein neues Stadium getreten, dem das Regengebiet sofort Rechnung trägt. Entsprechend dem Streifen niederen Druckes zwischen den Gebieten höheren nimmt es die Gestalt eines Streifens an, der sich von N nach S durch Deutschland hindurch erstreckt und nun, von dem vordringenden westlichen H getrieben, nach E wandert.

Die Ausläufer wandern also mit ihrem HMhund drehen sich dabei cyklonal um dasselbe. Diese Bewegung ist ausnahmslos. Besonders gut ist sie auf den Wetterkarten zu erkennen, wenn das HNMI Sstill liegt. So wandert um ein HNM, das 10. 15. VII. bei Petersburg liegt, ein Ausläufer 80, daß er 10a nach Jütland, 11 a nach Hamburg, 12 a nach Breslau, 13 a nach Krakau, 14 a nach Lemberg reicht..

Die Ausläufer sind die Bahnen für selbständige Depressionen, die sich vom HM entfernen. In vielen Fällen weisen die Windrichtungen an verschiedenen Stellen eines Ausläufers darauf hin, daß dort die Luftbewegung unter dem Einfluß einer zweiten Depression steht, die auf der dem HM entgegengesetzten Seite liegt. In den meisten Fällen verdecken sich diese TN gegenseitig. Je weiter sich die TM vom HM entfernen, um so geringer wird der Einfluß der HM auf sie und um so größer die Bahnlinie um die- selben. Die Enden der Ausläufer bleiben deshalb bei der cyklonalen Bewegung zurück und diese selber krümmen sich nach rückwärts. Aus demselben Grund entfernen sich die TM immer weiter von ihren Nachbarn und werden an der Spitze des Ausläufers oft voll ständig selbständig. Sie nehmen dann auch selbständige Richtungen aàn, die von der des HNM oft völlig verschieden sind, je nach den Luftdrucksverhältnissen, welche sie vorfinden. Sie sind kenntlich an der Schließung der Windrichtungen cvyklonal um sie herum. Diese Ab- schnürung von HM aus den Spitzen der Ausläufer tritt außerordentlich häufig auf. Nicht selten wiederholt sich dann an ihnen derselbe Vorgang, daß sie auf Ausläufern entlang tertiäre Depressionen aussenden. Solche TM sind auf den Wetterkarten natürlich schwer zu erkennen, und selten ist mit Sicherheit ihre Zugrichtung festzustellen.

Oft bilden sich die selbständigen TM auf dem Ozean aus. Solche Entwickelungs- stätten Sind besonders der Golf von Biskaya und die Nordsee. Die vom ersteren stammen- den TM behalten meistens ihre Selbständigkeit bei ihrem Zuge durch das Festland. die von der letzteren zersplittern zumeist beim Eindringen in Deutschland. Am 0. August sind zwei derartige M zu erkennen.

Ganz entsprechend diesen Bewegungen der Teildepressionen verlaufen die Regen- gebiete. Zunächst gibt es Regengebiete, die dem Zuge eines HNM folgen und sich ganz eng an dasselbe anschließen. Wenn es dem HNM unmöglich gemacht wird, TAMI auszusenden. so bpleibt der Regen auf seine Bahn beschränkt. Das ist 2. B. der Fall bei schottisch- irischen Gebieten vom Typus I(s. Seite 36). Für gewöhnlich aber wird ein Regengebiet von Teildepressionen geleitet.

Das geht zuweilen soweit. daß das HNI keinen Regen bringt. So ist die Bahn eines HM, das sich 238. 31. VII. auf dem Ozean nach Schweden begibt, am 30. und 31. regenfrei, bis ein rückwärtiger Ausläufer des darüber hinweggezogenen HNI Regen herbei- führt, dagegen bringt ein Ausläufer dieses Nl ein Regengebiet mit sich und führt es rasch über England, Norddeutschland nach Rußland(K 27. VII.). Ein HM auf dem NMittelmeer bringt 13. 15. September im Bereich seiner Ausläufer Regen, aber nicht in seinem eigenen.

Die Teildepressionen ziehen einige Male ohne Regen zu bringen durch das Festland und ziehen erst nach 24 Stunden ein RG nach sich. Das gewöhnlichste ist jedoch