Aufsatz 
Die im Mainzer Museum befindlichen Sigillata-Gefäße und ihre Stempel : 1. Nachtrag
Entstehung
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Die im Mainzer Museum befindlichen Sigillata-Gefässe.

1. Nachtrag.

An die Programme von 1902 u. 1904 schliesst dieses Jahr der erste Nachtrag. Ausser einigen neuen Stempeln finden wir vielfach alte Bekannte wieder. Auffallend gering ist die Zahl der Stempel aus dem augusteischen Zeitalter, ein Beweis, dass die frührömische Siedelung eng begrenzt war. Neu hinzu kommen nur der St. Cla u. Onesumus. Erfreulich ist, dass durch die genaueren Untersuchungen der letzten Jahre die Zeit der einzelnen Fabrikate annäâhernd festgestellt werden kann. Vor allen zu er- wähnen ist Dechelette, J., les vases céramiques ornés de la Gaule romaine, der allerdings nur für verzierte Gefässe seine Untersuch- ungen anstellte, aber bezüglich der Stempel können wir seine Ergebnisse auch auf die gewöhnliche Ware übertragen. Es kommt so den südgallischen Fabriken ein grosser Teil der Stempel zu, andere, meist spätere, sind nach Rbeinzabern zu weisen, wo, wie die Veröffentlichungen von Ludovici zeigen. ausserordentlich aus- gedehnte Töpfereien sich befanden. Besonders erfreulich ist die Auffindung der Handstempel, von denen L. 8 anführt.

Hierdurch kann Rheinzabern bei vielen Stempeln als Fabrik- ort angegeben werden, ebenso können wir annehmen, dass die- jenigen Stempel, die in übergrosser Zahl in Rbeinzabern vor- kommen, auch wohl dort entstanden sind, z. B. Abbo, Ammo, Atto und viele andere.

Die Töpferei von Westerndork von Prof. J. v. Hefner (Oberbayer. Archiy für vaterländische Geschichte B. XXII. 1863) ist eine interessante Zusammenstellung, aber in vieler Beziehung veraltet. Ebenso fehlen chronologisch geordnete Zusammen- stellungen vieler anderer Töpfereien. Auch wenige Lager geben eine so scharf begrenzte Zeit wie Haltern und Hofheim, die von Prof. Dr. Ritterling nach dem Standpunkt der heutigen Wissenschaft bearbeitet sind.

Es wird noch eingehender Untersuchungen bedürfen, bis wir im Stande sind, die Zeit der einzelnen Fabriken zu be- stimmen. Ebenso lohnend wäre es, genau angeben zu können, welche Verkehrsstrassen für den Vertrieb der einzelnen Fabrik- erzeugnisse benutzt wurden und wie weit sich der Kundenkreis der einzelnen Fabriken ausdehnte.