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ſtorius vorhanden iſt, Hengistorpf und Hrannungen verbunden als im Grabfelde liegend bezeichnet werden, auf einem Irrthume des Co⸗ piſten, indem für Hengistorpf entweder ein andererer Name ſtand, oder die Angabe„in pago Grapfeld“ vor Hrannungen zu ſetzen iſt, denn Hengistorpf iſt das bei Ebenhauſen nordweſtlich von Schwein⸗ furt im Saalgau gelegene Pfersdorf, während Rannungen allerdings im Grabfeld liegt. ¹)
Man wird die Anſicht von einer Vereinigung des Grabfelds und des Saalgau's für jene Zeit um ſo mehr fallen laſſen müſſen, als wir aller Wahrſcheinlichkeit nach in dem bereits vor 788 erwähnten Grafen Unwan“) den älteſten Grafen des Saalgau's zu erkennen haben und 838 eigene Grafen des Grabfelds wieder erwähnt finden, und der reiche Beſitz Poppo's im Saalgau keineswegs die wirkliche Verwaltung des Grafenamts beweiſt, ſo wenig, wie aus dem Um⸗ ſtande, daß die Urkunden jener Zeit, von denen ja nur ein ganz klei⸗ ner Theil uns erhalten iſt, keinen Grafen des Saalgaus nen⸗ nen, ſich behaupten läßt, daß auch keiner exiſtirt habe und folglich die Vereinigung von Grabfeld und Saalgau ſtattgefunden haben müßte. Im Jahre 838 wird Heſſi als Graf des Saalgau's erwähnt. Der⸗ ſelbe iſt der dritte Sohn des Grafen Bernhard vom Aſchfeld, Sohn Unwans und Giſela's, der Enkelin des unter Karl d. G. eingewan⸗ derten Sachſenhäuptlings Hiddi. Heſſi ſtarb nach dem Fuldaer Todten⸗Regiſter 865; nach ſeinem Tode(866) werden ſeine Stiftun⸗ gen dem Kloſter Fulda übergeben. ³) Ob der die Tauſchurkunde zwi⸗ ſchen dem Grafen Adalhard und dem Abte Huoggi mit unterzeichnende Hessi comes ſein nächſter Nachfolger, Sohn oder Enkel iſt, läßt ſich nicht beſtimmen, zumal noch im Jahre 923 ein Heſſi Graf im Saal⸗ gau war.
Wir ſehen demnach, daß bis in den Anfang des zehnten Jahr⸗ hunderts die beiden großen Gaugruppen, Comitate, Grab⸗ feld und Saalgau ſich ſelbſtändig neben einander erhalten haben. Durch die großen Beſitzungen des Kloſters aber in allen Theilen dieſer Gaugruppen war durch die Exemtion von der Gerichts⸗ barkeit des Grafen, die Jurisdiction, welche die Aebte von Fulda durch ihre Vögte ausübten, ein gemeinſamer Mittelpunkt geſchaffen, der um ſo mehr an Bedeutung gewann, je ausgebreiteter die Beſitzun⸗ gen des Kloſters in den einzelnen Theilen wurden und um ſo mehr
¹) Dronke, c. d. nr. 68, 87, 103, 116 und 310. ²) Dronke, c. d. nr. 87. Ant. 4. 63. ²) Dronke, c. d. nr. 650.)


