Aufsatz 
Das Kloster Fulda im Karolinger Zeitalter : 2. Buch, 2. Abteilung. Das Grabfeld
Entstehung
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50.

hauptet, Adalbert blieb allein übrig und ſann auf Rache. Er überfiel die Wittwe des an ſeinen in dem Kampf erhaltenen Wunden verſtorbenen Eberhard, jagte ſie aus dem Lande, drang nach Würzburg vor und zwang den Biſchof zur Flucht. Der königliche Hof ſtand entſchieden auf der Seite der Brüder Eberhards. Es wurde in der Nähe des Kampfplatzes zu Forchheim eine Reichsverſammlung ge⸗ halten, auf welcher zunächſt die Güter und Grafſchaften der Baben⸗ berger) Adalhards und Heinrichs vertheilt wurden. Rudolf erhielt die Güter und Konrad die Grafſchaft derſelben im Gozfeld. Im Uebrigen geſchah in den nächſten Jahren nichts, um dieſen heilloſen Fehden Einhalt zu thun. Als Konrad ſeinen Sohn, nachherigen König, mit einem Kriegsheere nach Lotharingen entſandt hatte, um dort ihre Herrſchaft zu vertheidigen, da brach 906*²) Adalbert gegen den älteren Konrad nach Heſſen auf; bei Fritzlar, dem alten Schlachtenplatz zwiſchen Franken und Sachſen, kam es zur Schlacht. Adalbert blieb Sieger und mit reicher Beute kehrte er nach Babenberg zurück. Nun⸗ mehr wurde wegen dieſes Landfriedensbruches Adalbert auf den Reichs⸗ tag nach Tribur vorgeladen; da er nicht erſchienen war, ſo wurde er in der Burg Theres am Main eingeſchloſſen. Die Belagerung zog ſich in die Länge; Adalbert begab ſich, um Gnade zu erbitten, ins königliche Lager; da man ihn jedoch beſchuldigte, daß ſeine Unterwer⸗ fung nicht aufrichtig gemeint ſei, ſo wurde er feſtgenommen und durch das Gericht der großen Vaſallen als Hochverräther zum Tode verur⸗ theilt. Am 9. September 906 ward Adalbert enthauptet. ³) Eine gleichzeitige Chronik nennt ihn eineZierde der Franken und das Volk trauerte um ihn, wie um einen gefallenen Helden. Für Franken aber war durch dieſe gewaltſame Auflehnung der bedeutſame Anfang zur herzoglichen Gewalt angebahnt und wenn auch nicht die Konradi⸗ niſchen Brüder ſelbſt, ſo ärndeten doch ihre Söhne die Früchte dieſer blutigen Saat.)

Die markgräfliche Würde Adalberts ging an den Markgrafen Luitpold von Bayern über und die anderen Aemter kamen an die ſchon vorher am königlichen Hofe zu Einfluß gelangten Söhne des Mark⸗ grafen Poppo. Sie finden ſich zuerſt in einer Urkunde als Zeugen, worin mit Genehmigung ihres Vaters der Prieſter Martinus gewiſſe

¹) Ueber den Namen und die Burg cf. Dümmler, II., 521.

²) Ueber die Zeitbeſtimmung cf. Dümmler, II., 537.

²) Ueber die damit verbundenen Anſchuldigungen gegen Hatto, ſowie die weiteren Sagen cf. Dümmler, II., 541 und Genßler, II., 131.

) Das Babenbergiſche Haus in Oeſtreich betrachtet ihn, reſp. ſeinen Sohn mit Stolz als ſeinen Ahnherrn. Vgl. jedoch Gieſebrecht in Rankes Jahrb. d. d. R., II, a, 137.