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oder auch Worte ausgelaſſen oder auch eingeſchoben ſind, wohin ſie nicht gehören, oder Schreibfehler, wo für„in nomine sanctae et indi- viduae trinitatis“ ſteht„individuae hludowicae“, wo gerade darauf hludowicus folgt, oder wenn in der Copie der Urkunde Karls d. G. bei Eberhard aus Bauculfus Rabanus wird, ja wenn man es ſogar für nöthig befunden hat, durch Geſetze der Kanzlei einzuſchärfen, ſich vor Schreibfehlern in Originalausfertigungen zu hüten,¹) ſo hat man umſomehr noch Vorſicht bei ſolchen Abſchriften und deren Copien anzu⸗ wenden, wenn man erwägt, wie nachläſſig und wie wenig gewiſſenhaft manche Urkundencopiſten des Mittelalters geweſen ſind, und man wird deshalb im vollen Rechte ſein, dieſe beiden Ausdrücke als irrthüm⸗ lich zu beanſtanden, ſtatt darauf ſo weit gehende abändernde Urtheile gründen zu wollen, deren Unhaltbarkeit ſich um ſo mehr zeigt, wenn man die wirklichen Grenzen des Grabfeldes urkundlich zu beſtimmen ſucht, wodurch auch jeder Zweifel fällt, daß jemals die Wetterau bis an die Fulda heran gereicht habe.
Suchen wir zuerſt die Südgrenze des Grabfeldes von der Waſſerſcheide der Rhön an über die des Vogelsgebirges nach dem Saalgau und der Wetterau zu beſtimmen! Im Jahre 863 ſchenken Richbald und Engilger ihre Beſitzungen in Roti- bah, quae iacet in confinibus Grapfeldono et Salagevvono. ²) Es iſt dies Rodenbach, ſ. ö. von Gersfeld an der Grenze zwiſchen dem Saalgau und dem Grabfelde. Damit haben wir urkundlich einen feſten ſichern Ausgangspunkt, dem ſodann die Urkunde vom Jahre 944 noch das heutige Gersfeld(Geroldisfeld) zugeſellt.*) Damit wird denn auch die auf der Karte von Wenck oben angedeutete Abweichung der Art berichtigt, daß die Grenze zwiſchen Saalgau und Grabfeld nicht am Ufer der Fulda, ſondern ſchon von den nordweſtlichen Abhängen des Rhöngebirges herzieht. Folgen wir nun dem Höhen⸗ zuge nach Weſten, ſo liefert uns die Urkunde von 837) einen weiteren Anhalt, indem Motten) in„pago Grapfeld in silva Buchonia“ geſetzt iſt. Dieſes Motten liegt nun wirklich unterhalb der Höhe, auf welcher die Waſſerſcheide zwiſchen Rhein und Weſer vom Dammers⸗
¹) Pertz, leg. Tom. I. 220, 286. ²) Schann. trad. nr. 493. ³) Dronke, cod. d. nr. 686. Die Form Geresfeld iſt für das zehnte Tahrhundent in ſprachlicher Hinſicht ſehr verdächtig. Schannat hat ſtatt in .... Ingeresfeld daraus gemacht. ⁴) Dronke, c. d. nr. 502. Schann. trad. 420. ⁵) D. h. Mottin, Dorf des Motto, wahrſcheinlich nach Roth's kl. B.
Abrürzung für Môtwin= Mutfreund.


