Aufsatz 
Der ursprüngliche und echte Schluß der Odyssee Homers / von Professor Dr. Ludwig Adam
Entstehung
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Die Beſchaffenheit derſelben ſchildert ein anderes Scholion. Die anderwärts und auch von Euſtathius betonte rästs Ouuνοον³), nach der er ſeine Rhapſodieen aufbaute, bezweckte einen Umſchwung der Verhältniſſe. Es heißt nämlich dort*): Ga ο μσσ ⁵ιςστ rou,uos reεα ε᷑ᷣwQ/°ůphrp saur Aνν rινα Kal uiuod retrsreta. Dieſe Behauptung wird beſtätigt durch ein weiteres Scholion³), das ſagt: 6aνν σα εοστνν eνᷣαονμια (Bruchſtück) r0αωά6 τποε½οον1α⁴ν α o 6aAντ 6 A0 εαᷣαχ bμχd ν ν en¹ rira eOre retaAn rouréore α αro τ ⁴α̈νοο ππεοιει rtνd 1Oνκιννσνεeν ι euœoeονννιν ν roς d νενð. Eine Rhapſodie iſt alſo eine in ſich abgerundete Scene, die eine Peripetie enthält. Letztere definiert der Grammatiker alſo: ri sort reoinsreia urod⁵⁸αεν guμπιια, alſo das Mißglücken des Unternehmens, wie dies in ähnlicher Weiſe Euſtathius bei der Ableitung des Wortes m6068 ſagt, indem er erklärt): 5§ b5 wal eenéreta o Ton guußaua, der unglückliche Zufall. Am genaueſten gibt Ariſtoteles die Erklärung mit den Worten: 20r1 d esretd dεν1 ßƷεκι uαeτiονðετνꝑνπναντεοινναινμυᷣ a5oA1)j. alſo der Umſchlag eines Unternehmens in das Gegenteil; es wird grade das Gegenteil des beabſichtigten Zweckes erreicht, und hierin liegt eben die tragiſche Ironie. Da nun Homer ſeine Epen auf Grundlage ſolcher Rhap⸗ ſodieen aufbaute, die eine derartige Peripetie enthielten, ſo war er der erſte Rhapſode und tragiſche Dichter.

¹) Vergl. Hilgard I, Bd. 3, S. 480, Euſtath. 6, 12 f.(Cu ſu, rexuuuur,).

) Villoiſon, S. 181(cod. 489).

³) Hilgard I, Bd. 3, S. 315, vergl. 179. Vergl. Etym. M. Append. S. 680; Etym. Gud. S. 689, 60 f.

4) Vergl. Villoiſon Anecd. Gr. II, S. 181, Euſtath. 1396, 55. 1412, 41 f. Grieſinger, die äſthetiſchen Anſchauungen der alten Homererklärer, dargeſtellt nach den Homerſcholien, Tübingen 1907, zeigt S. 78 f. wie viel der

Begriff der Peripetie von ſeiner urſprünglichen Bedeutung in den Zeiten des Scholiaſten eingebüßt hat.